Die fünf unter diesem Titel versammelten Arbeiten kreisen alle um das Moment des Suchens und des Unvorwegnehmbaren im Vorgang wissenschaftlicher Forschung. Ihre Entstehung überstreicht einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie vermitteln so ein Bild von der Bewegung eines Denkens, das seinen Ausgangspunkt sowohl von der Erfahrung des Labors wie auch von der Textarbeit Jacques Derridas genommen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2005
Hans-Jörg Rheinberger geht mit Derrida unter dem Arm ins Labor, und Carlo Caduff ist ihm fasziniert gefolgt. Seine Erkenntnis: Sein ist Sprache ist Schrift. Denn Leben ist "Replikation" und "Rekombination des stereochemischen Alphabets", also ein "gleichsam kosmisches Unternehmen fortgesetzter Umschrift". Und so läuft's auch im molekularbiologischen Labor: Nicht mit den Genen wird gearbeitet, sondern mit ihrer Niederschrift, ihren "Graphemen". Auf ein Graphem folgen weitere, und Bedeutung entsteht, wie gehabt, in Wiederholung und Differenz - in "differenzieller Reproduktion". Womit sich der Kreis zu Derrida schließt. Doch worauf will Rheinberger hinaus? Er will, so Caduff, die "Logik des Lebens" in der "Logik der Forschung" aufscheinen lassen. Das könne er natürlich zu keinem Abschluss führen, aber immerhin sei es sehr originell und anregend.
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