Ohne Integrität gegenüber sich selbst gibt es keine gesellschaftliche Integration! Sagt sich Marjane in Wien, wo sie von ihren Eltern am Ende des ersten Bandes hingeschickt wurde, um dem iranisch-irakischen Krieg zu entkommen. Doch nach vier Jahren Zerrissenheit zwischen Heimweh und europäischer Jugendkultur kehrt sie nach Teheran zurück, nachdem sie die letzten drei Monate in Wien als Obdachlose verbracht hatte. Doch im Iran gilt sie nun als dekadent und wird mit den täglichen Widerwärtigkeiten des islamischen Regimes konfrontiert. So beschliesst sie, nachdem sie Kunst studiert hatte und verheiratet gewesen war, Mann und Land zu verlassen, und zieht 1994 wieder nach Europa.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2006
Auch der zweite Teil von Marjane Satrapis Comicroman "Persepolis" hat Rezensentin Cordula Gerndt überaus beeindruckt. Sie würdigt das Werk als ebenso differenzierte wie spannungsreiche Auseinandersetzung mit dem von Krieg, Unterdrückung und Gewalt geprägten Leben im Iran - aus der Perspektive eines heranwachsenden Mädchens. Der eigene Zeichen-Stil des Comics hat Gerndt besonders gefallen: Die in Schwarz und Weiß gehaltenen, "holzschnittartigen" und oft "düster" wirkenden Bilder lobt sie als intensiv und ausdrucksstark. Auch die Verbindung von Worten und Bildern findet sie hervorragend gelungen. Außerdem hebt Gerndt die zahlreichen "humorvollen Zwischentöne" hervor, mit denen das Buch trotz seiner bedrückenden Themen immer wieder aufwartet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.05.2005
Rezensentin Sieglinde Geisel empfiehlt Marjane Satrapis Buch nicht nur Kindern dringend zur Lektüre. Die Autorin leiste mit ihrem Polit-Comic politische Bildungsarbeit "par excellence". Im Zentrum der Geschichte steht ein junges Mädchen, das während der Revolution im Iran und im anschließenden Krieg mit dem Irak seine "Naivität verliert". Schonung dürfe sich der Leser von dem Werk allerdings nicht erhoffen. Zu sehen sind Bilder von Bügeleisen auf nackten Rücken oder von "Schmerzgesichtern" der Gefolterten - allesamt in "wenigen, groben" Strichen gezeichnet. Gerade diese "minimalistische" Präsentation der Brutalität ist es, die nach Ansicht der Autorin die "enorme" Wirkung auf den Betrachter ausübt. Auch die komplexen politischen Hintergründe des Konflikts fehlen nicht. Indem Satrapi diese mit der "elementaren" Alltagswelt "verwebt", gelingt ihr abermals ein "Kunststück".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2005
Rezensent Michael Schleicher findet offenbar recht eindrucksvoll, wie die 1969 in Teheran geborene und als Teenager nach Österreich emigrierte in Comicform ihre persönliche Geschichte erzählt, in deren Mittelpunkt die Schwierigkeiten mit der Integration stehen. Der erste Teil ihrer Geschichte war ein in viele Sprachen übersetzter Überraschungserfolg, jetzt liegt der zweite Teil der heute in Paris lebenden Künstlerin Marjane Satrapi vor. Ihr Zeichenstil ist "unaufgeregt, fast schon naiv anmutend", wobei dem Rezensenten auffällt, dass Satrapi ihre Bilder weniger virtuos gestaltet, um dafür "mit deutlicherem Strich arbeiten zu können".
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