Mit 1 Audio-CD, 60 Minuten. Aus dem Amerikanischen von Jacqueline Csuss und Werner Richter. Herausgegeben von der Parlamentsdirektion Wien. Gesprochen von Hermann Beil. Von 1897 bis 1899 lebte Mark Twain in Wien und tauchte dabei nicht nur in das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Donaumetropole ein, er nahm sich als wacher Beobachter seiner Zeit auch der politischen Themen an. Seine Besuche im Parlament am Ring inspirierten ihn zu zwei Reportagen, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben: Es ist die Zeit der nationalen Spannungen, die slawischen Völker fordern energisch mehr Rechte, was von den deutschsprachigen Eliten brüsk zurückgewiesen wird. Im Abgeordnetenhaus gehen die Wogen hoch. Mark Twains Berichte liefern ein anschauliches Bild dieser Tage, die den Untergang der Donaumonarchie einläuteten. Begleitet wird die Edition durch ein besonderes Hörbuch: Hermann Beil liest Mark Twains Reportagen über das Hohe Haus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2018
Werner von Koppenfels wird mit den vier Berichten Mark Twains aus dem Wiener Reichsrat glücklich. Der satirische Scharfblick und die deutschen Sprachkenntnisse, mit denen der Autor die Belle Epoque seziert, findet er überwältigend. Die den Texten beigefügten CDs machen das Ganze für Koppenfels zum "Hörbuch-Drama". Die Text-Originale scheinen ihm eine sinnvolle Beigabe. Der "Overkill" und der "Bierernst" der erläuternden Materialien hingegen stehen für den Rezensenten im komischen Kontrast zum ätzenden Humor Twains.
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