Die berühmteste österreichische Schriftstellerin des 19. Jhs. wurde lange nur als "Dichterin der Güte" wahrgenommen. Doch sie war viel mehr: Poetische Realistin, Dramatikerin, Aphoristikerin, Fürsprecherin der Emanzipation, Kämpferin gegen den Antisemitismus, Offiziersgattin, Uhrmacherin und "Reitnärrin". In der ersten Biografie seit 1920 verfolgt Daniela Strigl Ebner-Eschenbachs Weg von ihrer Geburt im südmährischen Zdislawitz bis zum späten Ruhm. Zerrissen zwischen adeliger Herkunft und sozialer Gesinnung, Ethos und Ironie, Ehrgeiz und Bescheidenheit, gesellschaftlichen Rücksichten und der Leidenschaft fürs Schreiben, hielt Ebner-Eschenbach gegen den Widerstand ihrer Familie, gegen die Häme der Theaterkritik unbeirrbar an ihrem Ziel fest.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2016
Dass Marie von Ebner-Eschenbach keine "altmodische Frau" gewesen sein kann, wie man ihr nachsagt, weiß Rezensent Karl-Markus Gauß nach der Lektüre von Daniela Strigls Biografie "Berühmt sein ist nichts", die er in den höchsten Tönen lobt. Ganz im Gegenteil sei Ebner-Eschenbach eine sehr moderne Frau gewesen, reflektiert, klug, selbstbewusst und kämpferisch, wenn es um ihre Unabhängigkeit, um soziales Unrecht, die "Frauenfrage" und den Antisemitismus ging. Strigl stütze sich in ihrer Arbeit auf die von ihr, gemeinsam mit Evelyne Polt-Heinzl und Ulrike Tanzer 2015 herausgegebene Leseausgabe, in der sie die kanonischen mit bisher unbekannten Texten ergänzte. In ihrer Biografie untersucht die Autorin die Texte in einem ersten Schritt nach Leitmotiven, unterzieht diese im Anschluss einer feinfühligen Interpretation und bezieht schließlich Leben und Werk der Schriftstllerin auf die historischen Gegebenheiten, erfahren wir von Gauß. Nicht nur lückenlos recherchiert und intelligent konzipiert sei das Ergebnis, sondern auch äußerst spannend und "gänzlich frei von Floskeln", freut sich der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2016
Tilman Spreckelsen lernt Marie von Ebner-Eschenbach in dieser Biografie von Daniela Strigl in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit kennen. Die süßen Floskeln wie die Abgründe ihres Werks. Allerdings geht es der Autorin mehr um das Leben der Dichterin, meint Spreckelsen, um die Frage, wer da schreibt und von welcher Warte aus. Wenn Strigl dazu die Umgebung der Dichterin als junge Frau untersucht, Beziehungsmuster herausarbeitet und anhand der Briefe sowie von Aufzeichnungen aus dem Umfeld Ebner-Eschenbachs Entwicklungen nachzeichnet, sieht sich Spreckelsen gut informiert und erkennt die Selbststilisierungen, mit denen Ebner-Eschenbach zeilebens operierte.
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