Wie KI uns moralisch weiterbringen kann - Ein Konzept für einen Fortschrittsoptimismus und eine neue Aufklärung
Ullstein Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783550204616 Gebunden, 192 Seiten, 22,99
EUR
Klappentext
Wir brauchen eine nachhaltige KI, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Künstliche Intelligenz durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Daher müssen wir sie so gestalten, dass sie nicht aus Furcht reguliert oder aber den disruptiven Geschäftsmodellen amerikanischer und chinesischer Konzerne überlassen wird. Nur mit einer Ethischen Intelligenz, die zugunsten unserer Werte funktioniert, kann Europa diese in wirtschaftlich wirksame Modelle übersetzen - für echten moralischen Fortschritt, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine Soziale Marktwirtschaft 3.0, die die Zukunft unserer liberalen Ordnung sichert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2026
Eine originelle und hilfreiche Perspektive auf KI eröffnet laut Rezensent Barnaby Skinner der Philosoph Markus Gabriel in diesem Buch. Alarmismus ist Gabriels Sache nicht, er ist vielmehr der Meinung, dass KI die Menschheit gerade auch im Bereich der Ethik weiterbringen kann. Und zwar, wenn wir sie nicht als Gegner, sondern als Partner betrachten, an dem wir unsere eigenen ethischen Kriterien schärfen können. Wobei freilich auch auf die Manipulationsgefahr durch KI verweist - allerdings mit dem Hinweis darauf, dass KI nicht wirklich denkt, sondern Denken nur simuliert. Interessant ist vor allem Gabriels Konzeptualisierung der aktuellen Situation als doppelter Black Box, glaubt Skinner: Die KI versteht uns nicht, wir verstehen die KI nicht, und dennoch reden beide Seiten permanent miteinander. All das findet Skinner inspirierend, er macht freilich auch eine Leerstelle im Buch aus: Über Datensicherheit als dringend notwendige Voraussetzung einer produktiven Anwendung von KI schreibt Gabriel nichts, ärgert sich der Rezensent. Der ansonsten aber viel Wertvolles gezogen hat aus diesem Buch.
KI ist wie ein Spiegel, der uns zeigt wie wir sind und wie wir sein können, meint der Philosoph Markus Gabriel im Interview mit der Welt über sein Buch "Ethische Intelligenz", in dem er für einen "ethischen Kapitalismus" plädiert, der uns zum Guten zwingt: "Wenn der Spiegel gut gebaut ist - er ist noch suboptimal -, dann wird Freiheit verschoben. Wir haben dann keine Wahl mehr, außer dem Licht des Guten zu folgen. Wir können uns dagegen entscheiden, werden aber sanktioniert. Das bedroht ein Element des liberalen Rechtsstaates, nämlich das Bedürfnis nach einer gewissen Normübertretung, wie Graffiti, was viele schön finden, der Illegalität zum Trotz. Eine ethische KI könnte diese Freiheit tatsächlich reduzieren. Andererseits könnten wir Freiheitsgewinne verzeichnen. Warum soll uns das Tun des Guten unfrei machen?" Was genau dieses Gute sein soll und wer es definiert, sagt er nicht. Unser Resümee
Es gibt "keine präzisere Sozialwissenschaft als diejenige von Google oder anderen großen Konzernen (wie Amazon und Konsorten), die aus unserem Such- und Konsumverhalten, dokumentiert auf unzähligen Websites, ableiten können, was wir uns als Nächstes wünschen und tun werden", konstatiert der bekannte Philosoph Markus Gabriel, der in seinem kommenden Buch "Ethische Intelligenz" über KI nachdenkt. Auf den Wirtschaftsseiten der FAZ ist ein Kapitel vorabgedruckt. Die Agenten der KI, so Gabriel, sind sozusagen in uns: "Die heutigen KI-Modelle, die längst beinahe überall dort zum Einsatz kommen, wo digitale Systeme verwendet werden, 'kennen' uns besser als alle Psychotherapeuten, sonstigen Seelsorger, Neuro- und Sozialwissenschaftler zusammengenommen. Zum ersten Mal in unserer Geschichte können wir uns sicher sein, dass etwas uns genauer durch schaut und ausmisst, als es uns selbst möglich wäre." Unser Resümee
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