Gefühle der Zukunft
Wie wir mit emotionaler KI unser Leben verändern

Ullstein Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783550202872
Gebunden, 272 Seiten, 23,99
EUR
Klappentext
Alle reden über ChatGPT, LaMDA und ähnliche "große Sprachmodelle", die Wissensfragen beantworten, Texte schreiben und sogar persönliche Gespräche mit uns führen. Obwohl die Erfindung und Gestaltung dieser Sprachsysteme nicht auf Gefühle abzielen, sondern ausschließlich auf die Sprachverarbeitung, hat sich in den letzten Jahren eine Debatte um die Frage entzündet, ob diese Systeme auf irgendeine Weise fühlen oder eine Art Bewusstsein entwickeln könnten. Und selbst wenn sie alles nur simulieren: Was bedeutet das für uns und unsere Emotionalität? Welcher Umgang mit ihnen ist problematisch, verwerflich oder aber eine willkommene Ergänzung unserer Lebenswelt? "Affective Computing" ist der Zweig der KI-Forschung, bei dem man für dieses Thema ansetzen muss, denn er hat die technischen Grundlagen: die Nachbildung menschlicher Emotionalität, die Fähigkeit, Gefühle bei anderen zu erkennen, gezielt zu stimulieren und zu simulieren. Eva Weber-Guskar klärt darüber auf, in welchen Bereichen diese emotionalisierte KI bereits verwendet wird, und regt aus philosophischer Perspektive zur Diskussion darüber an, wie sie verantwortungsvoll weiterentwickelt und angewandt werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2024
Rezensentin Manuela Lenzen lässt sich von der Philosophin Eva Weber-Guskar die emotionalen Kompetenzen von KI erläutern. Die Autorin führt ein in die Grundlagen der KI-Forschung, in philosophische Emotionstheorien und das Thema "Affective Computing", erläutert Lenzen. Kritisch betrachtet die Autorin laut Lenzen die vermeintlichen Fähigkeiten der KI Emotionen zu erkennen und kommt zu dem Schluss: KI hat keine Emotionen und erkennt sie auch nicht zuverlässig. Dem weisen Vorschlag der Autorin, sich dem Thema realistisch zu nähern und erst einmal Erfahrungen mit dem neuen Phänomen KI zu sammeln, stimmt Lenzen gerne zu.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.08.2024
Zwei wichtige Perspektivwechsel unternimmt die Philosophin Eva Weber-Guskar in diesem Buch laut Rezensentin Paula Keller: Zum einen fragt die Autorin nicht, was die Technik kann, sondern was sie für uns leisten soll. Als Beispiel nennt Keller, an Weber-Guskar anschließend, die Liebe: kann diese sich überhaupt auf ein Objekt richten, das nicht in der Lage ist, sie zu erwidern? Ganz einverstanden ist Keller nicht mit Weber-Guskars Vorschlag, Gefühle, die sich zum Beispiel auf KI-Entitäten richten, als neue Formen von Emotionen zu beschreiben - Gefühle entstehen nicht von heute auf morgen, glaubt Keller, schon gar nicht, wenn sie mit Technologien zu tun haben, die Bewusstsein bloß simulieren. Der andere Perspektivwechsel, fährt die Rezensentin fort, fragt danach, ob es wirklich sinnvoll ist, dass Computer immer menschenähnlicher werden. Hier scheint Keller mit Weber-Guskar einer Meinung zu sein: nein, ist es nicht. So oder so ein hilfreiches Buch für drängende Fragen unserer Gegenwart, urteilt die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.08.2024
Mit dem Buch der Philosophin Eva Weber-Guskar kann Rezensent Volkart Wildermuth einiges zum Thema KI und Emotionen lernen: So gibt es beispielsweise den Chatbot Replica, der Gefühle nachvollziehen und widerspiegeln und so dem Gesprächspartner emotional ansprechende Antworten geben kann. Das kann aber auch zum Problem werden, etwa, wenn Daten aus solchen Kommunikationen missbraucht werden, oder wenn parasoziale Beziehungen zu Chatbots entstehen, so Wildermuth. Weber-Guskars Buch ist zwar kurz, aber gut lesbar und bietet einige Perspektiverweiterungen, resümiert er.