Während eines Flugs nach New York denkt Marlene Streeruwitz über Toleranz nach. Sie reist mit 360 weiteren Passagieren, die großteils nichts voneinander wissen und die lediglich verbindet, einen Vertrag mit einer Fluggesellschaft abgeschlossen zu haben. Wo liegt beim Zusammentreffen so vieler Menschen der Unterschied zwischen "dulden" und "tolerant sein"? Existieren Vorurteile aufgrund des Äußeren? Was braucht es, um eine lange Tradition der Intoleranz und Unfreiheit hinter sich zu lassen, die die Menschheitsgeschichte durchzieht? Existieren noch immer Reste des römisch-katholisch-absolutistischen Weltbildes in unserer Zeit? Wie sieht das für andere Kulturen aus? Was ist der kulturelle Kontext von Toleranz und was heißt das für die weltweite Einführung von Toleranz? Ein Plädoyer für Toleranz als Weg zur Durchsetzung der Grundrechte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.11.2023
Was Toleranz mit Flugreisen zu tun hat, lernt Rezensent Arno Widmann von Marlene Streeruwitz' schmalem Buch. Im Flugzeug, führt Widmann mit Streeruwitz aus, können wir unseren Mitmenschen nicht aus dem Weg gehen und sind aus nächster Nähe ihren Marotten ausgeliefert. Für den Verlauf der Reise müssen wir sie ertragen, was natürlich gerade nicht heißt, dass wir ihnen in ihrer Individualität begegnen, stellt Widmann wiederum im Anschluss an die Autorin klar. Insofern, schreibe Streeruwitz, sei das Aushalten von Nähe im Flugzeug noch keine Toleranz, nötig sei vielmehr eine Haltung, die zwischen Gleichgültigkeit und Toleranz unterscheide. Stimmt schon, findet Widmann, der dennoch der Ansicht ist, dass es schon ein großer Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn wir alle uns öfter so wie im Flugzeug verhalten würden.
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