Johann Valentin Andreae gilt als der bedeutendste württembergische Theologe des 17. Jahrhunderts und Mitbegründer der Rosenkreuzer-Bewegung. Martin Brecht zeichnet in der ersten umfassenden Biografie den komplexen Werdegang des lutherischen Geistlichen nach. Er beleuchtet dessen schriftstellerisches Werk und fragt nach der Entstehung der Rosenkreuzer-Schriften - des größten Rätsels in Andreaes Vita. Sein pastorales Wirken in Calw und Stuttgart nimmt er ebenso in den Blick wie Andreaes Beziehung zu Herzog August von Braunschweig-Wolfenbüttel, dessen Geistlicher Rat und Freund er war. Die Biografie würdigt Originalität, Kreativität und geistigen Reichtum dieser bedeutsamen Gestalt und trägt damit zum Verständnis der Geschichte des 17. Jahrhunderts bei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2009
Rezensent Walter Sparn begrüßt diese Biografie des Kirchenreformer und Schriftsteller Johann Valentin Andreae (1586-1654), die der Kirchenhistoriker Martin Brecht vorgelegt hat. Andreae, für Sparn ein "genialischer Autor", der auch von Herder und Goethe hoch geschätzt wurde, wird in seinem Augen leider viel zu wenig wahrgenommen. Um so erfreuter zeigt er sich über vorliegendes Buch, das hier Abhilfe schaffen kann. Er schätzt die aus allen verfügbaren Quellen gearbeitete Biografie als umfassend und genau. Sie vermittelt für ihn einen ausgezeichneten Überblick über die Entwicklung und Bildung Andreaes und ihren literarischen Niederschlag. In diesem Kontext lobt er die Darstellung von Andreaes Auseinandersetzung mit der theologisch-philosophischen und staatskirchlichen Orthodoxie hervor. Sichtbar wird für Sparn darüber eine überaus "komplexe Persönlichkeit", deren Intentionen quer zum Prozess der "Konfessionalisierung" lagen. Besonders hebt Sparn auch den Essay hervor, den der Germanist Christoph Brecht zu dem Buch beigesteuert hat, der einen Eindruck von der literarischen Komplexität Andreaes gibt.
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