Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XX/2 Sommer 2026
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406843686 Broschiert, 128 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Was ist der Zeitschrift für Ideengeschichte in zwanzig Jahren harte Tür entgangen? Im Frühjahr 2006 ist die ZIG mit dem Heft Alte Hüte gestartet. Seitdem erscheint vier Mal im Jahr mit wilden Sprüngen durch die Zeit eine neue Themenausgabe. Die Jubiläumsausgabe Türhüter spürt der Autorität, den Mythen und vielen Facetten Torwächter, Gatekeeper, Bouncer einer Grenzfigur nach, von Apostel Petrus an der Himmelspforte über das Vorzimmer im Kanzleramt bis an die Schwelle der eigenen Zeitschrift. Mit Beiträgen von Ralph Bollmann, Pascale Cancik, Hanna Engelmeier, Leonhard Horowski, Eva Horn, Jürgen Kaube, Racha Kirakosian, Florian Meinel, Steffen Mau, Günther Wassilowsky und vielen weiteren.
Rezensent Alexander Cammann scheint ein veritabler Fan der Zeitschrift für Ideengeschichte zu sein, und auch mit deren aktuellem Heft kann er einiges anfangen. Es widmet sich dem Phänomen des Türhüters und findet eben dieses an ganz verschiedenen Ecken: um den legendären Wiener Club U4 und dessen Einlasspolitik geht es, aber auch um den Zutritt zum Himmel, den Petrus erlaubt oder verweigert, oder, natürlich, um den Kafka'schen Türhüter. Originalität ist oberstes Gebot, meint Cammann, letztlich zeigen für ihn die vielfältigen Perspektiven, die der Band enthält, auch auf, warum die in Deutschland lange nicht allzu sehr geschätzte Ideengeschichte eine wichtige intellektuelle Disziplin ist. Anregende Gedanken dazu, welchen Themen es bislang nicht gelungen ist, an den Türhütern der Zeitschrift für Ideengeschichte vorbei zu kommen, runden, lesen wir am Schluss, das lesenswerte Heft ab.
Heute feiert die Zeitschrift für Ideengeschichte, die einst vom damaligen Marbach-Chef Ulrich Raulff erfunden wurde, in Berlin ihren zwanzigsten Geburtstag. Das Jubiläumsheft widmet sich dem Thema "Türhüter". Der Perlentaucher veröffentlicht vorab einen Essay des Angela-Merkel-Biografen Ralph Bollmann über Beate Baumann, die Büro-Chefin der Kanzlerin, jenen Zerberus also, der 16 Jahre lang den Zugang erschwerte, bis die Republik in jenem Zustand war, den wir nun beklagen. "'Da machen wir lieber nichts, dann machen wir nichts falsch', zitierte etwa ein früher Förderer Merkels aus Wendezeiten deren spätere Büroleiterin. Das gab er nicht etwa mit ruhiger Stimme wieder, sondern im Modus bebenden Zorns: Die von ihm einst Protegierte habe sich stets nur mit uncharismatischen Leuten umgeben, denen jeder Hang zum Spielerischen abgehe. Das Gespräch fand allerdings statt, bevor Spielernaturen wie Robert Habeck oder Friedrich Merz nahe am politischen Schiffbruch segelten. Damit ist bereits eine wichtige Funktion der Türhüterin umschrieben: Sie holt sich den Tadel für die Chefin ab, macht sich gleichsam stellvertretend unbeliebt. Damit erhält sie zugleich die Illusion aufrecht, die Kanzlerin hätte bei direkter Ansprache vielleicht anders, freundlicher entschieden. So sind die Rollen bis heute ja auch verteilt: Während Merkel selbst sich in der persönlichen Begegnung zugewandt gibt, scheut Baumann nicht davor zurück, Anfragen aller Art mit Absagemails in immergleicher Nüchternheit zu bescheiden." Unser Resümee
Heute feiert die Zeitschrift für Ideengeschichte, die einst vom damaligen Marbach-Chef Ulrich Raulff erfunden wurde, in Berlin ihren zwanzigsten Geburtstag. Das Jubiläumsheft widmet sich dem Thema "Türhüter". Der Perlentaucher veröffentlicht vorab einen Essay des Angela-Merkel-Biografen Ralph Bollmann über Beate Baumann, die Büro-Chefin der Kanzlerin, jenen Zerberus also, der 16 Jahre lang den Zugang erschwerte, bis die Republik in jenem Zustand war, den wir nun beklagen. Unser Resümee
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