Lisa Herzog

Freiheit gehört nicht nur den Reichen

Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus
Cover: Freiheit gehört nicht nur den Reichen
C.H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406659331
Taschenbuch, 207 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Freiheit ist mehr als die Freiheit, zu wirtschaften. Dieses Buch stellt dar, wie Liberalismus heute gedacht werden muss, damit er nicht im Widerspruch zu Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und einem gelingenden Leben steht. Das Buch führt in zentrale Themen der Ideengeschichte, Wirtschaftstheorie und Sozialphilosophie ein und legt die Denkmuster offen, die viele heutige Debatten prägen. Unter anderem geht es um die Frage nach einem realistischen Menschenbild jenseits des homo oeconomicus, um das Verhältnis negativer, positiver und republikanischer Freiheit und um die Frage, wie eine Politik aussehen kann, die sich auch jenseits des Wachstumszwangs an einem selbstbestimmten Leben für alle Menschen orientiert. Nicht zuletzt zeigt das Buch auf, wie mit einem zeitgemäßen Freiheits- und Menschenbild Märkte wieder in den Dienst einer gerechten Gesellschaft gestellt werden können.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2014

Der plakative Titel von Lisa Herzogs "Freiheit gehört nicht nur den Reichen" tut dem Buch keinen Gefallen, findet Jan-Werner Müller, immerhin wird der Inhalt ihm - im guten Sinne - nicht gerecht, verrät der Rezensent. Herzog bemüht sich darum, alte liberale Ideen mithilfe moderner Psychologie und Soziologie gegen Neoliberale und Liberalisten zu verteidigen, indem sie an den Einfluss der Startvorteils erinnert und die Bedeutung der Möglichkeit politischer Einflussnahme betont, fasst Müller zusammen. Leider wirkt der Freiheitsbegriff der Autorin auf den Rezensenten weniger komplex als er verspricht, Müller hätte sich gewünscht, dass Herzog stärker auf den normativen Wert der Freiheit eingeht. Außerdem hätte dem Buch ein etwas sorgfältigeres Lektorat nicht geschadet, gesteht der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2014

Rezensent Andreas Fanizadeh findet es angesichts der national-populistischen und der marktradikalen Bewegungen, die sich heute oft genug den Liberalismus und die Freiheit auf die Fahnen schreiben, sehr löblich, an das Gedankengut zu erinnern, das dem Liberalismus ursprünglich einmal zugrunde lag. Genau das versucht Lisa Herzog in ihrem Buch "Freiheit gehört nicht nur den Reichen", so der Rezensent: sie holt John Stuart Mill und John Locke noch einmal hervor, zitiert Adam Smith herbei, und kommt schließlich zu dem Schluss, dass Freiheit weder durch den freien Markt garantiert werden, noch auf ihn beschränkt werden kann, fasst Fanizadeh zusammen. Diese Erkenntnis mutet den Rezensenten zwar ein wenig schlicht an, aber Unrecht hat die Autorin damit gewiss nicht, meint er.

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