Silvesternacht. Stefan Reich, der fünf Menschen und einen Hund umgebracht hat, ist aus der Psychiatrie ausgebrochen und unterwegs zu einem Freund, dem er die haarstäubenden Umstände berichten will, die ihn ein Jahr zuvor in die geschlossene Abteilung gebracht haben. Am Ende, so hofft er, wird der Freund die Taten nicht nur verstehen, sonder sogar gutheißen ? und fasziniert sein von Stefans großer Leibe Alexandra, die im Mittelpunkt der rätselhaften Ereignisse steht und selbst das größte Ereignis ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2001
Martin Ruf ist mit seinem Romandebüt leider zwischen den Genres gelandet, meint Manfred Papst. Absichtlich habe der Autor Elemente des Kriminalromans mit psychologischen und fantastischen Versatzstücken zusammengebracht. Das könnte interessant sein, so der Rezensent, wenn Ruf die Kunst der einzelnen Genres nur beherrschen würde. Aber leider fehlt dem Krimi die Spannung, der Milieuschilderung die Atmosphäre, den psychologischen Dialogen die Tiefe, und die Fantasy-Welt kann sich wegen der eng gesteckten Krimidramaturgie nicht entfalten, urteilt Papst. Der vierzigjährige Autor, der bisher als Übersetzer und Verfasser von Aufsätzen über fantastische Literatur in Erscheinung getreten ist, hat sich hier eindeutig zu viel vorgenommen, lautet das Fazit des Rezensenten.
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