Martin Stadler

Verteidigung

Roman. Mord, Liebe und Melancholie zwischen Fastnacht und Ostern, Zucht und Sucht, Geld und Geist, Region und Migration
Cover: Verteidigung
Uranos Verlag, Schattdorf 2006
ISBN 9783952041499
Gebunden, 348 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Ein Asylbewerber, dessen Anwalt Epp lieber Antiquar oder Verfassungsrechtler wäre, gerät in Verdacht, an der Fastnacht einen Drogensüchtigen ermordet zu haben. Im Lesezirkel der Buchhändlerin Annegret Regli, die er verstohlen liebt, soll er einen Abend be­strei­ten. Weil sie persönliche oder regional gefärbte Beiträge erwartet, hat er sich den erwünschten Themen - Fastnacht, Fastenzeit - entzogen; sie muss Ersatz für ihn finden. Als Verteidiger des Tatverdächtigen recherchiert und ergrübelt Epp heutige Zuwan­derer- und einstige Auswanderergeschichten (seiner Familie), und im Zirkel erörtert er nicht wie angekündigt Verfahrensmängel anhand eines Beispiels aus der regionalen Sozialgeschichte, sondern referiert über Strafrechtsgeschichte, insbesondere über die Todesstrafe als fundamentalem Verfahrensmangel. Ein Zuhörer ist der vornehme Doktor Rogger, Arzt sowohl des Mord­opfers als auch Epps, des Verteidigers des Tatverdächtigen, und befreundet mit Annegret. Er erinnert Epp an seine bescheidene Herkunft und religiöse Sozialisation. Von ihm meint er sich seinerseits verdächtigt: der Schwermut. Wogegen er sich selbst verteidigt. Trotzdem tauchen seine Gedanken kreisend ab in Erinnerungen und Selbstvorwürfe, in seine Liebesgeschichten, in Mordgeschichten, in ?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2006

Der Rezensent Roman Bucheli fühlt sich von Martin Stadlers Krimi nicht so richtig gut unterhalten, trotz der vielen bedenkenswerten Ideen, die darin stecken mögen.  Das Gesellschaftspanorama, das entworfen wird, findet der Rezensent grundsätzlich interessant. Doch der Tonfall ist Bucheli an vielen Stellen einfach zu "didaktisch", und die Volten der Geschichte sind ihm zu "dialektisch". Auch mit den vielen Grübeleien, die Stadler seinem Protagonisten, dem Anwalt Gottfried Epp, in den Kopf legt, kann sich der Rezensent nicht anfreunden. Epp wirke dadurch schwermütig, und der Fluss der Geschichte gerate ins Stocken.
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