Pierre Boulez zählte zweifellos zu den renommiertesten Komponisten unserer Zeit. Von außerordentlicher Bedeutung war darüber hinaus seine Rolle als Intellektueller, Autor, Theoretiker, Dirigent und Interpret. Martin Zenck legt mit seinem Buch die erste umfassende Studie über dessen Gesamtwerk in deutscher Sprache vor. Zenck verbindet es mit Boulez' theoretischen Schriften, seiner Praxis als Dirigent und "Kulturmanager" vor dem Hintergrund der philosophischen Diskurse und dem Panorama der anderen Künste seiner Zeit. Im Mittelpunkt steht dabei der Musikdenker Boulez, der das Kompositorische selbst als eine genuine Denkpraxis begreift, die Martin Zenck auf völlig neue Weise als eine Praxis des "Gestischen"' versteht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2017
In jedem Fall dankt Rezensent Olaf Wilhelmer dem Musikwissenschafter Martin Zenck für diese umfassende Studie über Pierre Boulez. Der Kritiker durchquert mit dem Autor das gesamte Oeuvre des vor einem Jahr verstorbenen Komponisten, lobt die sorgfältige Recherche und vermerkt erfreut, dass Zenck sowohl den Theatermacher Boulez hinreichend würdigt, als auch dessen Verbindungen zur zeitgenössischen Philosophie klug darlegt. Neben der überzeugenden Analyse, die das gängige Boulez-Bild mal bestätigt, mal revidiert, liest Wilhelmer hier nicht zuletzt eine formidable "Abenteuerreise" durch die Geistesgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Dennoch hätte der Kritiker dem Buch ein sorgfältiges Lektorat gewünscht, das Redundanzen kürzt und "komplizierte" Formulierungen und "Flüchtigkeitsfehler" ausbessert.
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