Das Buch beschreibt die Geschichte des Islams in Deutschland und die Vielfalt muslimischen Lebens in der Gegenwart. Es schildert die Bedeutung unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Kulturen und durchleuchtet die Vielzahl an muslimischen Organisationen, Initiativen und Positionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich muslimisches Leben im Alltag entfalten kann: Welche Hürden gibt es für Moscheen, Minarette, Gebetsrufe oder religiöse Kleiderordnungen? Wie lassen sich im deutschen Alltag die Ritualvorschriften - etwa Fasten, Beschneidung, Schächten - beachten? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Staat und muslimischen Organisationen? Sind islamische Normen mit deutschem Recht vereinbar? Abschließend fragt Mathias Rohe nach Perspektiven des Zusammenlebens in Zeiten von Flüchtlingen, muslimisch-religiösem Extremismus und Islamfeindlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2017
Als gelungenen Beitrag zur Versachlichung der Islam-Debatte und des interreligiösen Dialogs bezeichnet Wolfgang Günter Lerch diese Bestandsaufnahme des Orientalisten und Juristen Mathias Rohe. Differenziert und im aufklärerischen Geist, so versichert der Rezensent, streitet Rohe gegen Islamophobie und entfaltet die Geschichte von Muslimen und Deutschen bis heute. Angenehm auffallend ist für Lerch, dass der Autor nicht blauäugig, sondern überzeugend das Bild eines ganz und gar nicht geschlossenen, einheitlichen Islam zeichnet und behutsam wie gelassen abwägt, wo sich Verhaltensweisen von Muslimen mit unserer Rechtsauffassung vertragen und wo nicht. Dem Autor attestiert Lerch sowohl Verständnis für die Bedürfnisse des Rechtsstaates als auch für die Religion und ihre Anliegen.
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