"Bild" ist das mächtigste Medium des Landes - auch in Zeiten des Internets. Sie bestimmt, worüber Deutschland spricht. Welchen Anteil hat die Redaktion am Aufstieg der Populisten? Wie geht sie mit Minderheiten um? Und auf welche Weise manipuliert sie die Öffentlichkeit? 44 Jahre nach Günter Wallraffs "Aufmacher" gibt nun ein Buch neue, erschreckende Einblicke in die Machenschaften der "Bild"-Medien. Die Journalisten Mats Schönauer und Moritz Tschermak beobachten und analysieren seit einem Jahrzehnt, wie "Bild" arbeitet. Als ehemaliger und aktueller Chefredakteur des mehrfach ausgezeichneten BildBlogs decken sie die Verfehlungen der Boulevardredaktion auf. Sie stellen fest: Unter dem neuen "Bild"-Chef Julian Reichelt ist das Blatt noch brutaler geworden, noch menschenverachtender, noch populistischer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2021
Rezensent Cornelius Pollmer kämpft mit der Fremdscham angesichts all der journalistischen Tiefschläge, die Moritz Tschermak und Mats Schönauer aus der Geschichte der Bildzeitung zusammentragen. Die peinlichen Lobhudeleien für Karl-Theodor zu Guttenberg ("Sind Adelige die besseren Politiker?") oder die gehässigen Attacken gegen Griechenland (Raffkes) treiben dem Rezensenten noch heute die Röte ins Gesicht. Auch wenn die Methoden der Bildzeitung nicht neu seien und die Beispiele auch allesamt bekannt, findet der Rezensent, dass die Autoren mir ihrem Buch wichtigen Kontext herstellen. Und wenn die Vorwürfe wirklich so "kalter Kaffee" wären, wie die Macher der Zeitung gern betonen, müsste sich doch eigentlich etwas geändert haben, überlegt Pollmer.
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