Aus dem Englischen von Klaus Modick. Als Omar Jussuf und seine Familie zur Hochzeitsfeier eines Freundes, des Polizisten Sami Jaffari, nach Nablus kommen, beginnt der Ärger. Eine wertvolle alte Schriftrolle der Samaritaner, einer uralten religiösen Minderheit in Nablus, ist gestohlen worden. Sami beteiligt Omar Jussuf an den Nachforschungen, denn er weiß, dass sich der Geschichtslehrer für die Hintergründe interessiert. Die Schriftrolle taucht plötzlich wieder auf, kurze Zeit später findet man allerdings die Leiche eines jungen Mannes auf dem Berg, auf dem einst der Tempel der Samaritaner gestanden haben soll. Der Tote hatte für Jassir Arafat gearbeitet und das Budget des früheren palästinensischen Präsidenten verwaltet. Nun sucht nicht nur die Weltbank nach verschwundenen 300 Millionen Dollar. Die Polizei will aus Angst nicht ernsthaft ermitteln, aber Omar Jussuf weiß, dass alle Hilfsgelder an Palästina eingefroren werden, wenn das verschwundene Geld nicht wieder auftaucht. Und er hat nur ein paar Tage Zeit...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2010
Als guten Krimiautor lobt Lina Kokaly den in Jerusalem lebenden Briten Matt Beynon Rees, der die biblische Geschichte von Isaak, der von seinem Vater geopfert werden soll, mit der heutigen Lage im palästinensischen Nablus verbinde. Im Zentrum stehe der Tod eines jungen Samaritaners, dessen Leiche auf eben jenem Stein gefunden werde, auf dem einst Isaak geopfert werden sollte. Der Roman führe, lesen wir, in die Verstrickungen von Hamas und Fatah, spiele mit westlichen Klischees von diesen Organisatoren. Vieles bleibt der Kritikerin fremd, woran ihrer Ansicht nach die mitunter sehr blumige Übersetzung arabischer Redewendungen nicht unschuldig ist, die sie vor der harten Kulisse nicht recht passend findet. Grundsätzlich aber lobt sie das Buch und mag auch den ermittelnden Omar Jussuf.
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