Am Checkpoint Jerusalem sehen sich die Jüdin Maya und der Palästinenser Amer zum ersten Mal in die Augen und der Krieg scheint auszusetzen ... Anhand einer Liebesgeschichte führt Manfred Theisen in die Zusammenhänge des Nahost-Konfliktes ein, dessen Gewaltspirale undurchbrochen ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2004
Vollkommen überzeugt ist Alexandra Senfft nicht von der palästinensisch-jüdischen Liebesgeschichte, mit der der Journalist Manfred Theisen versucht, jungen Menschen die vielen Facetten des Konflikt zwischen Juden und Arabern verständlicher zu machen. Zwar gibt sich der Autor Mühe, das Leben des Arabers Amer und der Jüdin Maya möglichst konsistent und ohne Wertungen nachzuerzählen. Ihre Verliebtheit macht sie offen für die Standpunkte des jeweils anderen, wodurch man viel über die wichtigsten Fakten des arabisch-jüdischen Konfliktes erfährt und einen Eindruck von der Komplexität des Themas gewinnt. Doch dabei wirken die Figuren wie literarische Konstrukte mit wenig Bezug zur Realität, bemängelt Senfft. Die verbotenen Ausflügen der Liebenden durch die Jerusalemer Altstadt klingen bei Theisen wie eine Stadtführung für Touristen. "Vieles ist unstimmig und entspricht nicht den wirklichen Verhältnissen am Ort", kritisert sie. Trotzdem hält sie dem Autor seinen Recherchefleiß zugute, und dass er es geschafft hat, ein "politisch faires und für junge Leute sehr lesbares" Buch zu schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.2004
Heike Byn blieb nicht unberührt von Manfred Theisens Buch über eine unmögliche Liebe zwischen einem jungen Palästinenser und einer jungen Israeli, das sie als Mischung aus "Liebesgeschichte, Thriller und detailgenauer Dokumentation" des israelischen Alltags beschreibt. Amers und Mayas Liebe ist zum Scheitern verurteilt, kann dem Druck von allen Seiten nicht Stand halten, "es gibt keinen Platz für diese Liebe im Heiligen Land". Mit "großer Sensibilität und viel Verständnis" schildere der Autor den Nahost-Konflikt aus verschiedenen Perspektiven, aus jüdischer, christlicher und muslimischer Sicht und fordere so den Leser zur Stellungnahme heraus, meint die Rezensentin: "Wer ist gut, wer böse?" Ein Glossar am Ende des Buchs erleichtert es, die verfahrene Situation im Nahen Osten besser zu durchschauen. Dass die "inhaltliche Dichte" und das "atemberaubende Erzähltempo" den jugendlichen Leser bisweilen überfordern könnte, räumt die Kritikerin zwar ein, ihrem überbordenden Lob tut dies allerdings keinen Abbruch.
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