Matthias Micus

Die 'Enkel' Willy Brandts

Aufstieg und Politikstil einer SPD-Generation
Cover: Die 'Enkel' Willy Brandts
Campus Verlag, Frankfurt am Main - New York 2005
ISBN 9783593377445
Kartoniert, 236 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Seit vielen Jahren bestimmt die Generation der 'Enkel' Willy Brandts den Kurs der SPD, sie stellte (und stellt) zahlreiche Ministerpräsidenten und Landesminister und seit 1998 auch die Bundesregierung. Teilweise auf der Grundlage von persönlichen Interviews vollzieht Matthias Micus die persönliche und politische Entwicklung wichtiger sozialdemokratischer Politiker nach (unter anderem Scharping, Schröder, Lafontaine, Engholm und Wieczorek-Zeul) und vermittelt Einblicke in Motive, Beweggründe und Handlungslogiken der 'Enkel'.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.10.2005

Es ist vorbei, die Enkel-Generation der SPD hat (mehr oder weniger) ausgedient - also Zeit für den Rückblick, meint der Rezensent Alexander Cammann. Diese Studie des Politologen Matthias Micus kommt daher gerade recht. Und interessant ist sie auch, daran lässt Cammann keinen Zweifel. Sehr gut bedient wird vor allem, wer sich für die Details des Aufstiegs interessiert, der bei den ganz Erfolgreichen - Schröder also in erster Linie - über Ministerpräsidentenposten geführt hat. Dafür hat der Autor vor allem die Presse ausgewertet, und das erweist sich als lehrreich, so der Rezensent. Rundum zufrieden ist er allerdings nicht. Vor allem mit seinen psychologischen Erklärungsansätzen versteife sich Micus allzu sehr auf die Kindheit und Pubertät. Wirklich politisch prägend sind nach Ansicht Cammanns vor allem die ersten Jahre politischer Macht, also hier als Ministerpräsident. Mit denen befasse sich Micus aber leider kaum.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2005

In einer kurzen Kritik stellt Katharina Ziegler diesen Band vor, in dem Matthias Micus die Generation von SPD-Politikern porträtiert, die als Willy Brandts Enkel firmieren: Hertha Däubler Gmelin, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Gerhard Schröder, Heidemarie Wieczorek-Zeul und der inzwischen abtrünnige Oskar Lafontaine. Was sie eint, zieht Ziegler aus diesem Buch, sind der Wille zum Aufstieg, der mehr oder wenige souveräne Umgang mit Medien und angeblich auch, dass die Partei für sie eher Werkzeug als ideologische Heimat ist. Interessant findet sie auch die Abgrenzung zu den 68er, zu deren universitärem Milieu diese Politiker nie gehörten, die ihnen aber als Steigbügelhalter dienten. Andererseits zeigten ihr auch die Unterschiede zwischen den Politikern, dass der Enkel-begriff reichlich "aufgepfropft" wirkt.

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