In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1987 stirbt Uwe Barschel, bis wenige Tage zuvor Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, in einem Hotel in Genf. Selbstmord oder Mord? Das ist die große Frage. Doch die Untersuchungen stehen von Anfang an unter einem schlechten Stern. In Genf wird geschlampt, in Deutschland weigert man sich, überhaupt ein Verfahren aufzunehmen. Heinrich Wille, Autor dieses Buches, tritt 1992 seine Stelle als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft an. Er wird mit dem Fall Barschel betraut. Sein Buch ist ein detaillierter Bericht über die Ermittlungen, die nationalen und internationalen Verbindungen Barschels, seine teils wenig transparenten Unternehmungen. Und es ist ein ebenso genauer Bericht über die Behinderungen der Untersuchung, die Vorenthaltung von Beweismitteln seitens anderer Behörden, die Einmischung der Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.08.2011
Heinrich Wille, 1994 bis 1998 Leiter des Ermittlungsverfahrens im Fall Uwe Barschel, musste vier Jahre auf die Veröffentlichung seines Buches warten, wie Rezensent Andreas Förster mitteilt. Förster vermutet den Grund hierfür in den von Wille erhobenen Vorwürfen gegen Vorgesetzte und Politiker, seinerzeit die Ermittlungen behindert zu haben. Mit ihnen rechnet der pensionierte Staatsanwalt Wille nun ab, schreibt der Rezensent. Der Autor hat sich nämlich auf die These festgelegt, dass Barschel ermordet wurde. Spekulationen über Täter und Motive sind in dem Buch allerdings nicht enthalten, so Förster; ebensowenig Informationen, die über den Stand der damaligen Ermittlungen hinausgehen. Eine Ausnahme bildeten die in dem Buch erwähnten CIA-Kontakte Barschels sowie Willes Andeutung, bei den Ermittlungen seinerzeit unter anderem vom BND bewusst in die Irre geführt worden zu sein. Ob und in welchem Maße rund um die Person Uwe Barschel konspiriert wurde, bleibe aber letztlich im Dunkeln, resümiert der Rezensent. Davon jedoch, dass die Akte Barschel ein heißes Eisen war und ist, vermittelt die Kritik einen deutlichen Eindruck.
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