Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2005
Eine Revolution der deutschen Geopolitik findet man nicht in Heinz Brills "Geopolitischen Analysen", meint Tilman Mayer. Brill, ehemaliger wissenschaftlicher Direktor im Zentralen Forschungs- und Studienbereich des Amtes für Studien und Übungen der Bundeswehr, weiß um die sicherheitspolitische Brisanz dieses Themas und macht Mayer eben deshalb neugierig darauf. Sehr nachlesenswert findet er dann auch die gesammelten Aufsätze und Überlegungen zu Fragen der Ökonomie, der Kultur und der Strategie, fühlt sich aber "enorm gestört" durch Wiederholungen, die die Sammlung von Texten aus drei Jahrzehnten mit sich bringt. Auch im Einleitungsteil liest er keine neuen Ideen, sondern ein Referat anderer Meinungen. Brill Standpunkt vermisst er. Den Rezensenten beschleicht außerdem das Gefühl, Brill sei nicht gut beraten gewesen bei der Suche nach Grafikern und Lektoren; entdeckt er doch fehlende Register und unlesbares Kartenmaterial. Doch diese Mängel sollten die Leser nicht von der Lektüre dieses "mutigen Werks" abhalten, stellt Mayer klar, denn es könnte - wenn auch unfreiwillig - als "Steinbruch" wirken, die Notwendigkeit für einen Neuanfang der Geopolitik in Deutschland aufzeigen sowie dazu anstoßen, deren Forschung und Grundlagen auszubauen.
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