Mauro D'Agati

Alamar

Bildband
Cover: Alamar
Steidl Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783865219541
Gebunden, 156 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Mit einem Text von Senel Paz (englisch, französisch). In the early 1970s the workers of the Fabrica Vanguardia Socialista, a steel smelting factory east of Havana, wrote to Fidel Castro about their need for apartments and houses. Out of this exchange a new city was born. Conceived by the same workers who would build it and live there, Alamar was planned as an example to the world of a socialist community. Built with passion by day and night, the result is excessive and amateurish. No two stairwells have the same height, nor are any of the walls square, and it extends over fifteen km2 between the Cojimar and Bacuranao rivers, the coast and the avenues that connect Matanzas and Varadero. Mauro D?Agati?s photographs look at that moment when the dream faded. Was it during the Period Especial, the years after the collapse of the socialist system? Alamar continues in these pictures to represent moments in the history of the Cuban revolution.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.08.2010

Mauro D'Agatis Bildband "Alamar" hat bei Lennart Laberenz offenbar mitten ins Schwarze getroffen. Angeregt teilt der Rezensent mit uns zunächst sein in vielen Gesprächen und eigenen Erfahrungen erworbenes Wissen über die kubanische Neubausiedlung Alamar, die einst als Symbol sozialistischen Lebens geplant war. Die Vorstadt Havannas sollte ein eigenes Zentrum haben, junge Architekten sollten eine Siedlung erschaffen, die Wohnen, Arbeit und Freizeit gleichermaßen verband, berichtet Laberenz. Planungsfehler und zu hohe Kosten bewirkten jedoch, dass sich heute Plattenbauten, verfallene Vergnügungsparks und Palmen aneinander reihen. D'Agati fange diese Eindrücke in "nüchterner und tiefenscharfer Reportagefotografie" ein und schaffe so einen faszinierenden Bildband. Mit subjektivem und zugleich distanziertem Blick erscheinen seine Porträts von Menschen, ihrem Viertel und ihren Wohnungen kraftvoll und bedürfen - abgesehen von den kurzen Schilderungen des kubanischen Autors Senel Paz - keiner weiteren Erklärung, lobt der Rezensent. Die Lebensfreude der Bewohner Alamars, die Laberenz selbst erlebt hat, fehlt ihm allerdings in diesem "melancholischen Bilderreigen".

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