Maxi Obexer

Unter Tieren

Roman
Cover: Unter Tieren
Weissbooks, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783863372118
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

In "Unter Tieren" geht es um die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Natur  - und um die Frage, die kein Mensch und kein Tier je versteht: warum zur einen Hand, die tötet, nicht die andere kommt, die tröstet. In einem Bergdorf in den Dolomiten wächst Agnes, die bei ihrer Tante Antonia zurückgelassen wird, in der Gesellschaft von Tieren auf und findet in der Mischlingshündin Pirat ihre engste Gefährtin. Mit ihr folgt sie den Fährten tief in die Wälder und Berge. Während Antonia an dem bäuerlichen System zerbricht, das sie selbst aufrecht erhält, kehrt die inzwischen erwachsene Agnes ins Dorf zurück, um einen Neuanfang zu wagen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.07.2024

Rezensentin Katharina Granzin beurteilt Maxi Obexers Roman als gelungen. Darin spürt eine unbenannte Ich-Erzählerin ihrer Kindheit in den Südtiroler Bergen nach, nachdem ihre Tante Antonia, bei der sie aufgewachsen ist, einen Zusammenbruch erlitten hat - man hatte ihr ihre Kühe weggenommen. Bindungen an Tiere - neben den Kühen auch an den Hund der Erzählerin - spielen, wie Granzin zusammenfasst, ohnehin eine wichtige Rolle, nicht zuletzt, weil die Beziehungen zu Menschen und insbesondere zur Ursprungsfamilie schwierig waren. Somit reflektiert der Band, nicht nur im Medium eines Philosophieseminars, an dem die Erzählerin teilnimmt, immer wieder über Gewalt gegenüber Tieren. Der Rezensentin gefällt insbesondere der teils schroffe, teils poetische Ton, in dem Obwexer schreibt, und kann ihren Roman empfehlen.  
 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.04.2024

2023 veröffentlichte Maxi Obexer einen "ergreifenden" Essay über die Frage, wie Menschen über Tiere sprechen können, ohne die in der westlichen Philosophie tief eingeschriebene Trennung zwischen Mensch und Tier zu wiederholen und damit alles Verbindende zu leugnen oder zu verdrängen. Nun hat Obexer diesem Essay einen Roman folgen lassen, in dem sie die gewohnte Blickrichtung umkehrt, erklärt Rezensentin Claudia Kramatschek: Hier sind es die Tiere, die auf die Menschen schauen, die Tiere, die etwas wissen, was die Menschen nicht wissen - eine Probe aufs Exempel ist dieser Roman also quasi. Und die Probe gelingt, freut sich Kramatschek. Der Plot ist simpel und schnell zusammengefasst: Eine Frau kehrt zurück in ihrem Heimatort in Südtirol, aus dem sie vor Jahren geflohen ist - nicht zuletzt vor der Gewalt gegen Tiere, die sie immer wieder gesehen hat. Hier, wieder "Unter Tieren" erinnert sie sich - an all diese Gewalt, aber auch an die Liebe zu und von den Tieren. Maxi Obexer, so die Rezensentin, ist ein berührender Roman über das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren gelungen, in dem auch ein deutlicher Appell steckt: Für eine neue Tierethik.

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