Meg Wolitzer

Die Zehnjahrespause

Roman
Cover: Die Zehnjahrespause
DuMont Verlag, Köln 2019
ISBN 9783832181079
Gebunden, 448 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michaela Grabinger. In schöner Regelmäßigkeit kommen Amy, Roberta, Jill und Karen im "Golden Horn", ihrem Stammlokal und Zufluchtsort im hektischen New Yorker Alltag, zusammen. Alle sind sie Mütter, Anfang vierzig und jede von ihnen kann ein Lied davon singen, wie es ist, wenn sich die Rückkehr in den Beruf als schwieriger erweist als gedacht. Trotz der besten Ausbildung. Und so plagen Amy Geldsorgen, Jills Doktorarbeit liegt auf Eis, und Roberta, die früher mal Künstlerin war, begnügt sich mit Bastelnachmittagen in der Grundschule. Allein Karen geht gelegentlich zu Vorstellungsgesprächen, allerdings vor allem, um im Training zu bleiben. Doch während ihre Kinder mit jedem Tag selbstständiger werden, müssen die vier neue Perspektiven finden. Zum Glück haben sie einander. Und das "Golden Horn".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.12.2019

Für Rezensentin Katja Lückert zeigt sich Meg Wolitzer in ihrem Roman um junge Frauen in der Babypause als Meisterin der Abschweifung und des Details. Die im Text beobachteten und belauschten vier Frauen mit ihren unterschiedlichen Begriffen vom Muttersein, bieten Lückert ein amüsantes wie erhellendes Panorama des "Gefühlslebens von Muttertieren". Dass der Roman bereits vor über zehn Jahren im Original erschienen ist, merkt Lückert dem Text durchaus an, wann immer er Geschlechterverhältnisse thematisiert. Unterhaltsam, klug und vielschichtig findet sie das Buch aber allemal.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2019

Ein Roman über urbane Frauen der mittleren Generation, die irgendwann ihre beruflichen Ambitionen für Kind und Familie aufgegeben haben - hatten wir das nicht schon tausend mal? Stimmt schon, gibt Rezensent René Hamann zu. Auch wird das Thema hier reichlich weichgespült angegangen: weder das Konzept der Kleinfamilie, noch Monogamie werden wirklich kritisiert, lesen wir. Eine Anke Stelling sei da "diskursiv" weiter. Dennoch hat Hamann das Buch ausgesprochen gern gelesen: Meg Wolitzer kann nämlich schreiben wie nur wenige, lobt er. Flott, mit einem scharfen Blick auf die Protagonisten, der Mitgefühl nicht ausschließt. Ein "echter Pageturner", versichert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.10.2019

Besonders tiefschürfend scheint Meg Wolitzers Roman über junge Mütter aus dem gehobenen New York der Nullerjahre nicht zu sein. Rezensentin Sonja Hartl jedenfalls beschreibt die hier versammelten Porträts der vier Frauen, die nach zehn Jahren Babypause mit der Frage ringen, ob sie wieder arbeiten gehen sollen, als humorvoll und präzise. Viel erfährt man jedoch nicht. Hartl mag nichts Schlechtes über den 2008 erschienenen Roman sagen, lässt aber durchblicken, dass Wolitzers Schreiben über Mutterschaft heute nicht mehr als radikal oder mutig durchgehen könnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.10.2019

Schön irritiert beendet Judith von Sternburg die Lektüre von Meg Wolitzers Roman aus dem 2008, der von vier Müttern im New York der Nullerjahre erzählt. Zum einen staunt die Rezensentin, wie weit weg zehn Jahre liegen können (der 11. September ist noch präsent, die Finanzkrise noch nicht ausgebrochen, von Donald Trump ganz zu schweigen). Sternburg fällt auch die Ironiefreiheit jener Jahre auf, die Enge des Denkens und manch deprimierender Stand im feministischen Denken. In welch klarer Sprache Wolitzer allerdings das moderne Leben von Akademikerinnen in jener Zeit schildert, imponiert der Kritikerin ungemein, und die Kälte im Blick der Autorin, gefällt ihr auch.

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