Melissa Broder

Fische

Roman
Cover: Fische
Ullstein Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783550050299
Gebunden, 352 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné. "Fische" ist ein Roman über eine obsessive Liebe, der Unwirkliches so selbstverständlich in einen Gegenwartskontext einbettet, dass es heutiger nicht sein könnte. Lucy verliebt sich in Theo, den Meermann, dessen Fischschwanz unterhalb der Lenden beginnt. Als Undine 4.0 zwingt er sie, alles, was sie über Liebe, Lust und die Bedeutung des Lebens zu wissen geglaubt hat, neu zu ordnen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.05.2018

Melissa Broder machte sich einen Namen, als sie zunächst anonym und zunehmend manischer unter dem Hashtag "SoSadToday" Geständnis-Tweets von maximaler Selbstentblößung veröffentlichte, weiß Rezensentin Sarah Pines. Auch ihr Debütroman "Fische" besticht durch Schamlosigkeit, mitunter in deftige Szenen verpackt, fährt die Kritikerin fort, die hier die Geschichte der 38-jährigen Doktorantin Lucy liest, die sich nach ihrem Umzug nach Venice Beach ganz ihrer Sucht, begehrt zu werden, hingibt und all ihre Wünsche und Ängste auf einen melancholischen Meermann projiziert. Allein mit welch akribischer Detailfreude Broder den "nach dem weiblichen Genital riechenden Fischschwanz" des Meermannes beschreibt, hat die Rezensentin beeindruckt. Sie wittert hier einen neuen Feminismus - ganz ohne "meckerige Bitterkeit".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.05.2018

Melissa Broder ist Feministin. In den USA wurde sie durch ihre sehr aufrichtigen und selbstenthüllenden Tweets sowie ihre feministischen Beiträge zu Lena Dunhams Newsletter bekannt, weiß Rezensent Tomasz Kurianowicz. Auch ihr Debütroman ist irgendwie feministisch, weil Broder an keiner Stelle ein Blatt vor den Mund nimmt und das Leid, das sie beschreibt als ein explizit weibliches darstellt, aber zugleich, so Kurianowicz, ist es ein "geschlechtsübergreifendes Leiden", ein Leiden an "der Leere des Lebens", die weder Liebe noch Schmerz noch Sex füllen können. Die Beschreibung dieser Leere und ihrer Erkenntnis macht den Roman für den Rezensenten zu etwas besonderem, zu einem "ungemein emanzipierten" Roman. Da verzeiht er auch die zahllosen pornografischen Passagen und den Hang der Autorin zur Selbstkasteiung.
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