Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. Im ersten Frühling, den sie allein verbringt, hält sie das Erwachen der Natur für eine Verschwendung von Schönheit an eine tote Seele und bleibt aus reiner Höflichkeit am Leben. Sie kann die Vorstellung nicht ertragen, den Rest ihres Lebens allein zu verbringen - denn sicher ist sie zu alt für eine neue Partnerschaft? Noch dazu lassen sich während der Pandemie schon gar keine neuen Menschen kennenlernen ohne eine Dating-App. Die Vorstellung, mit einem unbekannten, unvollkommenen Körper ein Bett zu teilen, ihren alternden Körper vorzuzeigen und sich fremden Blicken auszusetzen, ist ihr zunächst unangenehm. Aber schon tauchen neue Menschen im Leben einer Frau auf, die dachte, alles schon hinter sich gehabt zu haben...
Die Protagonistin von Wencke Mühleisens neuem Roman verspürt "einen nagenden Hauthunger", sie ist Ende 60, ihre Ehe ist gescheitert, erzählt Kritikerin Carola Ebeling. Die Lust auf neue Begegnungen und vor allem auf Sex ist aber weiterhin da, und um sich nicht mehr von der "morbiden Plazenta des Verlassenseins" zu ernähren, macht sie sich auf, einen neuen Mann kennenzulernen, erfahren wir. Die Erfahrung mit der "spätkapitalistischen Intimitätsindustrie", also Datingportalen wie Tinder, verknüpft Mühleisens Protagonistin mit klugen Reflexionen über das Älterwerden, die Scham, die Körperlichkeit eines Frauenlebens und mit einem außergewöhnlichen Witz, der der Rezensentin sehr gefällt.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…