Melissa Scrivner Love

Capitana

Thriller
Cover: Capitana
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518470503
Gebunden, 333 Seiten, 15,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Sven Koch. Herausgegeben von Thomas Wörtche. Lola Vasquez ist leicht zu unterschätzen: Sie ist zierlich, eher unscheinbar, kümmert sich liebevoll um ihre Pflegetochter Lucy und hilft ihren bedürftigen Nachbarn oft mit Lebensmitteln oder der Miete aus. Das ist allerdings nur ihre eine Seite: Denn sie ist auch eine rücksichtslose Drogenlady, eine brillante Gang-Leaderin mit einem hohen body count. Das bekamen auch ihre Rivalen zu spüren und ihr Bruder Hector, den sie aus strategischen Gründen in den Knast geschickt hatte. Seit sie ein Bündnis mit der Staatsanwältin Andrea geschlossen hat, die hinter ihrer makellosen Fassade selbst mit Drogen handelt, herrscht Lola über ihr eigenes Gebiet. Es könnte also alles gut sein. Als aber eine schwangere Frau sie bittet, dafür zu sorgen, dass ihr fieser Ehemann weiter hinter Gittern bleibt, ahnt Lola nicht, dass dieser kleine Gefallen sie in einen weiteren Drogenkrieg führen wird. Und bald muss sie feststellen, dass die größte Gefahr nicht von der konkurrierenden Rivera-Gang ausgeht, sondern in ihrer unmittelbaren Nähe lauert: Hector wurde aus dem Gefängnis entlassen, aber kann sie ihm vertrauen? Und auch Andrea hat anscheinend ihre ganz eigene Agenda ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2020

Rezensent Hannes Hintermeier bewundert, wie Melissa Scrivner Love Gesellschaftskritik, Cliffhanger sowie die Muttergefühle und die blutrünstige Kaltschnäuzigkeit ihrer Drogenkartell-Chefin unter einen Hut bringt. Geübt im Crime bietet die Autorin laut Hintermeier Spannung und umgekrempelte Rollenklischees, Action und softe Momente, etwa, wenn restrospektiv das Kindheitstrauma der Heldin aufgearbeitet wird. Für Hintermeier ein routinierter Krimi, der auch den Kitsch nicht scheut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2020

Rezensentin Marlene Knobloch findet Gefallen an Lola Vasquez, jener im Süden von L.A. lebenden Mutter, die sich bereits in Melissa Scrivner Loves Romandebüt zur Chefin einer Drogenbande hocharbeitete. "Sie wäscht, kocht und tötet", resümiert die Kritikerin, die hier gebannt folgt, wie sich Lola im Drogenkrieg schlägt. Filmreife Sätze und Szenen, eine Menge Action und Emotionen lassen deutlich erkennen, dass die Autorin auch fürs Fernsehen geschrieben hat, ergänzt Knobloch, der zudem selten einer so differenziert gezeichneten Frauenfigur begegnet ist.
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