Josh Winning

Verbrenn das Negativ

Thriller
Cover: Verbrenn das Negativ
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518475218
Broschiert, 374 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Stefan Lux. Dreißig Jahre lang hat sie sich vor ihrer Vergangenheit versteckt. Acht ungeklärte Todesfälle. Ein gespenstischer Horrorfilm. Und kein Ausweg mehr. Die Journalistin Laura Warren kommt nach L.A., um über das Remake eines Horrorfilms zu berichten - eines verfluchten Films, in dem sie vor dreißig Jahren die Hauptrolle spielte: ein kleines Mädchen mit der schrecklichen Gabe, den Leuten ihren Tod vorhersagen zu können. Als damals tatsächlich acht Mitglieder der Besetzung und der Crew auf unheimliche Weise starben, beendete die traumatisierte Laura ihre Filmkarriere und änderte ihre gesamte Identität. Doch jetzt, auf dem Weg zum Filmset, springt ein Mann von einer Brücke und schlägt direkt hinter ihrem Wagen auf. Es hat wieder angefangen, denkt sie. Diesmal ist Laura entschlossen, den Fluch ein für alle Mal zu brechen. Wenn er sie nicht vorher einholt...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.01.2026

Rezensent Benjamin Moldenhauer genießt den selbstreflexiven Grusel, den ihm Josh Winning in dessen neuen Buch auftischt. Dessen Roman dreht sich um Laura, die einst Hauptdarstellerin eines Horrorfilmklassikers war, der nun eine Neuauflage erleben soll - allerdings sterben bald alle möglichen Leute, die mit dem damaligen Dreh zu tun hatten, und Laure ist immer in der Nähe. Man kann das Buch auf drei Arten mit Gewinn lesen, meint Moldenhauer: als Whodunnit, als Geschichte einer traumatisierten Frau und als Spiel mit Horrorfilmreferenzen. Der Rezensent scheint letzteren Lektüremodus zu bevorzugen und geht im Anschluss auf allerlei Verweise zu diversen Slasherfilme der 1980er und 1990er wie "I Know What You Did last Summer" und "My Bloody Valentine" ein. Aber das Buch ist eben nicht nur ein Fest für Nerds, sondern hat auch ansonsten als "Medium einer düster gestimmten Weltwahrnehmung" einiges zu bieten, versichert Moldenhauer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2026

Ein wie verflucht wirkender (fiktiver) Horrorfilm, der acht Beteiligte das Leben gekostet hat, verfolgt die Figuren in Josh Winnings neuem Thriller, gruselt sich Kritikerin Katrin Doerksen. Einer der Hauptdarstellerinnen des Films, beim Erscheinen noch ein Kind, reist als Journalistin an das Set eines Remakes, erfahren wir, und schon geht der Horror mit Exorzismus und ganzen Seen an Blut wieder los. Doerksen liest eine gewisse "Formelhaftigkeit", die sich an klassischen Topoi, Zitaten und "Fanservice" zeigt, die ihr aber durchaus Spaß bereitet. Gleichzeitig schwingt im Roman auf einer "Meta-Ebene" die Frage nach der kommerziellen Ausschlachtung des Horror-Genres mit, die Endlos-Verwertung kulturellen Kapitals Filmschöpfender durch Remakes, Merch und billige Kopien. Geschickt findet die Kritikerin außerdem, wie Winnings immer wieder rationale Gedanken gegen die Macht des Übernatürlichen stellt - "beunruhigend schön", resümiert sie.

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