Meral Kureyshi

Im Meer waren wir nie

Roman
Cover: Im Meer waren wir nie
Limmat Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783039260850
Gebunden, 216 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Lili zieht ins Altersheim, um ihrem pflegebedürftigen Mann zur Seite zu stehen. Ihre Familie sucht jemanden, der sie regelmäßig besucht und ihr im Alltag hilft. Die Ich-Erzählerin sagt: "Ich bin dieser Jemand." Sie wohnt mit Lilis Enkelin Sophie im selben Haus, gemeinsam ziehen sie deren achtjährigen Sohn Eric groß. Doch sie hat eine Stelle in einer fernen Stadt gefunden und zögert nun, den beiden zu gestehen, dass sie bald wegziehen wird. Sie kümmert sich um den klugen, besserwisserischen Eric und die stets klagende Lili. Sie führt flüchtige Gespräche mit einem Kellner, der wie sie von anderswo kommt. Gleichzeitig gewöhnt sie sich nur schwer daran, dass ihre zehn Jahre jüngere Schwester kein Kind mehr ist. Sie ringt mit der verblassenden Freundschaft zu Sophie und mit der Tristesse des Altersheims zwischen Temesta und Kartenspiel. Als Lili schließlich stirbt, wagen die jungen Frauen einen Neubeginn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.03.2025

Rezensent Dominik Bloedner lobt Meral Kureyshis Roman, der sich um Abschiede und Fürsorge dreht. Lakonisch und melancholisch auf eine schöne Art, so Bloedner, beschreibt die Autorin darin, was es heißt, Abschied zu nehmen, Trennungen oder auch neue Wege zu erleben und zu verarbeiten. Die Ich-Erzählerin in diesem laut Rezensent autobiografischen Buch begleitet eine Sterbende im Altenheim und wird ihr zur Freundin. Zu den großen Fragen, die der Text behandelt, gehört auch die nach der Heimat und nach einem Zuhause, erklärt Bloedner.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.02.2025

"Berührend und wahr und manchmal poetisch" findet Rezensentin Nadine A. Brügger Meral Kureyshis Debütroman. Dass die Schweizer Autorin klassische Erzählstrukturen hinter sich lässt, wird ihr sofort klar, wenn der Roman mit dem Tod der Großmutter Lily beginnt, um dann in der Folge deren Kindheit und Leben in nicht-linearen Rückblenden zu erzählen. Wiedergegeben wird die Geschichte von der namenlosen Ich-Erzählerin, die mit Lilys Enkelin Sophie zusammenlebt und sich mit ihr um den kleinen Sohn Eric kümmert, erzählt die Kritikerin. Vor allem die Geschichte von Lily "belebt" die Handlung, so Brügger: Kitschfrei und authentisch schildere Kureyshi das Altwerden der Großmutter, das allmähliche Verlorengehen im "sterbenslangweiligen Einerlei" des Altenheims und das Gefühl der Abgehängtheit. Kureyshi erzählt durch die Erinnerungen auch eine Migrationsgeschichte, denn Lily ist im Kosovo aufgewachsen, erklärt die Kritikerin. Die Geschichte speist sich aus den eigenen Erfahrungen der Autorin, weiß Brügger, und klar, Autofiktion ist in Mode. Aber hier wird sie außerdem zum "Glücksfall für den Leser", schließt die überzeugte Rezensentin.

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