Roman Graf

Herr Blanc

Roman
Cover: Herr Blanc
Limmat Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783857915857
Gebunden, 220 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Als junger Mann verlässt Herr Blanc am Ende des Studiums in Cambridge seine Freundin Heike, die, ohne dass er sich dessen bewusst wäre, seine große Liebe ist, mit der er glücklich werden könnte. Nach vielen einsamen Jahren in der Schweiz heiratet er Vreni, eine Vernunftehe. Als Herr Blanc kurz vor seiner Pensionierung steht, führt ihn das Schicksal nach Polen und zu Heike, die dort begraben liegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.12.2009

Hans-Peter Kunisch ist recht angetan von diesem Debütroman aus der Schweiz. Dass er das kleine Buch seines schrulligen Helden wegen und seiner relativen Ereignislosigkeit nicht gleich als skurril abgetan hat, hat Kunisch nicht bereut. Nach der Begegnung mit einer Dame namens Heike passiert dem Helden 20 Jahre lang nichts. Und dann passiert 45 Jahre noch einmal beinahe nichts. Die der Lebensangst des Helden enstpringenden Monotonie allerdings findet Kunisch vom Autor Roman Graf meisterlich gestaltet, durch Auslassungen und harte Schnitte etwa. Wenn der Text auf die Art etwas "erstaunlich Spritziges" erhält, ist Kunisch angenehm überrascht. Und geht mit den historischen Ungenauigkeiten, die Graf dabei unterlaufen, großzügig um.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2009

Als abgründig, sprachmächtig und dabei umwerfend komisch preist Roman Bucheli Roman Grafs Debütroman "Herr Blanc". Er erzählt überwiegend als inneren Monolog das Leben von Anton Blanc, das sich als eine Ansammlung von versäumten Glücksmöglichkeiten beschreiben lässt und das im Schatten einer symbiotischen Mutterbeziehung, des verpassten Liebesglücks mit einer Jugendliebe und einer leidenschaftslosen Ehe steht, wie der Rezensent zusammenfasst. Hinreißend komisch und äußerst lebendig gewinnt ein einsamer "Schwerenöter" Kontur, den der Autor dennoch nirgends vorführt und dem er nie die "Empathie" versagt, wie Bucheli schwärmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Erstaunlich findet Rezensent Edo Reents den Roman und seinen einzelgehenden Schweizer Helden. Dies, obwohl Roman Grafs Held Herr Blanc so gar nichts Spektakuläres an sich hat und der Leser eigentlich von Anbeginn weiß, das dieser Figur nicht zu helfen ist. Doch im Verlauf kann Reents der Figur und der jeglicher Übertreibung bzw. Bloßstellung abholden "absolut realistischen" Erzählweise immer mehr abgewinnen. Dass der durchgehaltene Buchhalterton Reents auch schon mal laut auflachen lässt, ist das eine. Dass die Figur doch noch "würdige Kontur" gewinnt und schließlich sogar aus der vertrauten, komfortablen Schweiz nach Krakau geht, ist aus Sicht des Rezensenten jedoch die eigentliche Sensation.
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