Karl Barth (1886-1968) war einer der großen prägenden Theologen des 20. Jahrhunderts. Mit seinen theologischen Arbeiten, insbesondere mit seiner Kirchlichen Dogmatik, erreichte er weltweiten Einfluss. In der Reihe der Theologen Handbücher bietet das Karl Barth Handbuch übersichtliche und instruktive Zugänge zur Biografie, zur Werk- und Wirkungsgeschichte und zu den profilbildenden theologischen Entscheidungen und Themen im Denken dieses bedeutenden Theologen. Es wendet sich in gleicher Weise an allgemein Interessierte und an Fachleute. Die einzelnen Artikel können sowohl als Hinführung als auch als Bündelung und Fokussierung gelesen werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2017
Rezensent Niklaus Peter kann nur Lob aussprechen angesichts des von Michael Beintker herausgegebenen Barth-Handbuches. Den laut Peter bis heute wirkungsmächtigen Theologen stellt das Buch in vier Abschnitten vor, in Publikations- und Forschungsüberblicken, in biografischen Skizzen, Texten zu Barths intellektuellen Beziehungen, zu seiner Hermeneutik und schließlich zu seinem Werk und dessen Rezeption, erklärt der Rezensent. Die Aufbereitung der Materialfülle auf hohem Niveau gefällt Peter deshalb so gut, weil die Texte knapp bleiben und somit leicht nutzbar. Barth-Grundwissen wird allerdings vorausgesetzt, meint er. Eine Synopse, die die verschiedenen von den Beiträgern im Buch vertretenen Interpretationsweisen darlegt, hätte den Band noch bereichert, findet Peter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2016
Friedrich Wilhelm Graf kann das von Michael Beintker herausgegebene Handbuch über den protestantischen Theologen Karl Barth nur sehr eingeschränkt empfehlen, als soliden Wegweiser druch das Werk. Eingeschränkt wird die Empfehlung laut Graf unter anderem durch Unausgewogenheiten im Verzeichnis der Sekundärliteratur, in der Gewichtung der Themen, ferner durch eine allzu heroisierende Perspektive, zu viel Redundanz in den Beiträgen und eine mangelhafte Architektonik, in der etwa der Ethiker Barth unzulässigerweise vom Homo politicus Barth geschieden wird, wie Graf erklärt. Dass außerdem wichtige Barth-Debatten im Ausland, Rezensionen von Barths Publikationen und Barth-Schulen im Buch weitgehend ignoriert werden, kann Graf nicht verstehen. Insgesamt wird Barth nur in vagen Umrissen kontextualisiert, kritisert Graf weiter. Weshalb es sich heute noch lohnt, Barth zu lesen, erfährt er aus dieser Lektüre jedenfalls nicht. Der Meister erscheint Graf hier eher als Gestalt einer fernen Vergangenheit.
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