Karl Barth (1886-1968) beeinflusste als evangelischer Theologe zu seiner Zeit die theologische Diskussion des 20 Jahrhunderts wie kein anderer. Als Vertreter der Dialektischen Theologie und als maßgeblicher Mitautor der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 trieb er grundlegende Einsichten der reformatorischen Theologie voran. Das Schaffen Karl Barths löste weitreichende Reaktionen auch in der Katholischen Theologie und der Ökumene aus. Der Autor der "Kirchlichen Dogmatik" formulierte theologische Einsichten, die auch bis heute noch lange nicht abschließend rezipiert worden sind. Eberhard Busch war vom Herbst 1965 bis zu dessen Tod am 10. Dezember 1968 Karl Barths Assistent. Der heute emeritierte Professor für Systematische Theologie schrieb in dieser Zeit in sein Tagebuch, was er bei seiner Arbeit in Barths Haus erlebt und vernommen hat. Alle Themen, die Karl Barth in dieser Zeit beschäftigten, finden ihren Niederschlag in den vorliegenden Tagebuchaufzeichnungen: War zunächst die Begleitung der Erneuerung des Katholizismus im Zeichen des Vatikanischen Konzils von Bedeutung, so wurden in der Folgezeit die Überarbeitung der Tauflehre, Seminare an der Universität, Besuche und Briefe und das eigene Alt- und Krankwerden wichtig. Das Vorhaben einer Autobiografie hatte Barth niemals verwirklicht, wohl aber die Aufzeichnungen seines Assistenten registriert, eine Arbeit, die seinem Wunsch entsprach. Eberhard Busch schrieb fortlaufend an diesen Texten, orientiert an täglichen kurzen Notizen aus seiner Arbeit mit Karl Barth. Gespeist wurden diese zusätzlich von Vielem, das Barth ihm in der Hoffnung anvertraute, es auf diese Weise bewahrt zu sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2011
Durchaus interessiert hat Rezensenten Friedrich Wilhelm Graf dieses Tagebuch Eberhard Buschs über seine Zeit als Assistent des berühmten Theologen Karl Barth in den Jahren 1965 bis 1968 gelesen. Im Unterschied zu Buschs großer Barth-Biografie von 1975 sind in Buschs vorliegenden Aufzeichnungen die Alltagssorgen des gebrechlichen Theologen seines Erachtens wesentlich klarer erkennbar. Mitunter harsch scheinen ihm die Urteile, die Barth über einige seiner prominenten Schüler wie Helmut Gollwitzer fällt. Erhellend findet Graf die Aussagen Barths über die Lage der evangelischen und der katholischen Kirche. Und so würdigt er Buschs Tagebuch als "theologiehistorische Quelle von eigenem Rang".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…