Michael Buselmeier

Dante deutsch

Gedichte
Cover: Dante deutsch
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2012
ISBN 9783884234037
Kartoniert, 96 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Ein zeitgenössischer Dichter beugt sich, in mehreren Zyklen, über Dantes fremde Welt wie über die eigene und verbindet dabei Nahes mit Fernem eine Bewegung, die aus der Vergangenheit in die Gegenwart führt und umgekehrt. Es wird selten wörtlich aus der Commedia zitiert, auch deren Strophenbau und Reimschema werden nicht nachgeahmt.
Auf seiner Wanderung durch die drei Reiche des Jenseits (das schon bei Dante auch ein Diesseits ist) berichtet das lyrische Ich von der allgegenwärtigen Verrottung, der Natur- und Kulturvernichtung und dem Leiden des Einzelnen, Krankheit, Tod, aber auch vom Licht der Poesie und des Sommerglücks im Spiegel Dantes, Goethes, Schuberts und Büchners, im Spiegel einer Reise durch ein so verwahrlostes Land wie Nigeria, das einen durchaus an die Hölle der Göttlichen Komödie erinnert, wo Sünder, Verräter und Mörder im Kot versinken, im Feuer braten und im ewigen Eis feststecken.
Auch Ägypten wird aufgesucht ( Götter zerbrochen Tempel am Rand der Wüste), die Feuerinsel Stromboli, der Süden Frankreichs magische Orte eines nachtlosen paradiesischen Sommers. Landschaftsszenen, Kindheitserinnerungen und Künstlerporträts fügen sich ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012

Nach der Lektüre des neuen, unter dem Titel "Dante deutsch" erschienenen Gedichtbandes des vierundsiebzigjährigen Dichters Michael Buselmeier findet Rezensent Gerhard Stadelmaier kaum genug Worte, um seine Bewunderung auszudrücken. Wie Gesänge erscheinen ihm diese lyrischen Glanzstücke, die seiner Ansicht nach den offensiven Bezug zu Dante nicht zu scheuen brauchen. Darüber hinaus entdeckt der Kritiker in diesem ebenso gelehrten wie "funkelnden Weltbogen" mit meisterhafter Leichthändigkeit gesetzte Verweise auf Schuberts Impromptus, Heines Ironie, Rilkes Topografie oder die "Schreckensstürme" des Expressionismus. Zugleich gelinge es Buselmeier, den der Rezensent als "Weltaufnehmer und Wunder an lyrischer Ausnahme-Präzision" lobt, stets den Bezug zur "schreckenssatten" Gegenwart herzustellen: So macht er etwa auf die politischen Probleme in Afrika aufmerksam, jedoch nicht anklagend, sondern in der ihm eigenen musikalischen Sprache, lobt der Rezensent.

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