Aus dem Englischen von Inge Greiffenhagen und Bettina von Leoprechting. Mit einem Nachwort des Autors und zwölf wissenschaftshistorischen Lesarten. 1941 nahm der Physiker Werner Heisenberg an einer von den Nazis organisierten Konferenz in Kopenhagen teil. Dabei traf er seinen Kollegen und Mentor Niels Bohr. Die private Begegnung führte zu einer dauerhaften Verstimmung zwischen beiden. Doch niemand weiß, was den Konflikt ausgelöst hat. Vielleicht ging es um den Bau einer Atombombe, vielleicht wollte Heisenberg, Bohr zur Kollaboration mit Nazi-Deutschland überreden. Michael Frayns Stück spielt mehrere mögliche Szenarien dieser Begegnung durch. Dabei überträgt er Annahmen und Konzepte der Quantenmechanik, an deren Entwicklung Heisenberg entscheidend beteiligt war, auf die Bühne und wirft somit die Frage nach der Wahrscheinlichkeit oder vielmehr nach der Unausweichlichkeit verschiedener Interpretationen eines Ereignisses auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Seit September diesen Jahres sind alle archivierten Dokumente im Niels-Bohr-Archiv der Öffentlichkeit zugänglich, was zu dem Erfolg des Dreipersonenstücks "Kopenhagen" von Michael Frayn beigetragen habe, berichtet Lothar Müller. Im Zentrum des Stückes steht das Treffen von Niels Bohr, Margarete Bohr und Werner Heisenberg im Jahr 1941, das in der Wissenschaftsgeschichte schon lange diskutiert wurde: Unter anderem die Frage, ob eine solche Zusammenkunft bedeutete, dass Heisenberg bereit war, für Hitler die Atombombe zu bauen, erklärt Müller. Vorbildlich sei in diesem Band die Debatte dokumentiert. Müller ist hingerissen von dem Nebeneinander zweier völlig unterschiedlicher Genres, die der Band vereint, ein Drama und zwölf wissenschaftshistorische Essays. Dieses Konzept entspricht geradezu dem Denken Heisenbergs, meint Müller begeistert.
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