Unter Mitarbeit von Simone Maier herausgegeben von Günter Figal. In Zusammenarbeit mit dem Vittorio Klostermann Verlag. Dieser bisher unveröffentlichte Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Martin Heidegger geht hervor aus Gesprächen der Nachkriegszeit über ein großangelegtes Zeitschriften-Projekt, an dem neben Jünger und Heidegger, Gerhard Nebel, Friedrich Georg Jünger und Werner Heisenberg beteiligt sein sollten. Ein Vorhaben, das nicht verwirklicht wurde, und das doch einen schriftlichen Austausch zwischen den beiden Autoren initiierte, der bis zum Tod Heideggers dauerte. Neben der Organisation des schriftstellerischen Lebens, den Publikationen und öffentlichen Reaktionen auf sie, den Einladungen und polemischen Einwürfen gegen den Zeitgeist sind es vor allem Betrachtungen zur Sprache, denen dieser Austausch gilt. Die Verflachung unseres Sprachgebrauchs durch Spezialisierung, der Wert der (rapide verschwindenden) Dialekte, die Rolle der Sprache als Erkenntnismittel, die Sprachphilosophie Rivarols - das sind einige der wichtigen Stichworte dieser Dokumente. Zusätzlich aufgenommen in diesen Band sind die Festschrift Jüngers zu Heideggers 60. Geburtstag,"Über die Linie", Heideggers Aufsatz "Zur Seinsfrage" und die Texte des Bändchens "Federbälle" - Sprachnotizen, von Jünger dem Philosophen zum 80. Geburtstag als Privatdruck gewidmet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.06.2008
Genauso klug wie vorher ist Rezensent Thomas Meyer nach der Lektüre des "Briefwechsel 1949-1975" von Ernst Jünger und Martin Heidegger. Nicht nur, dass er kaum neue Fakten erfuhr, auch das völlige "Fehlen tieferer Einsichten" in den Briefen der zwei Denker macht den Band für Meyer zur "Enttäuschung auf dem Gebiet der Ideengeschichte". Zudem erstaunt ihn, dass der Herausgeber Günter Figal kein Wort darüber verliert, ob der Briefwechsel, der so abrupt einsetzt, eigentlich vollständig ist. Nur für Spezialisten aufschlussreich, kritisiert der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2008
Spärlich scheint Jürgen Busche der nun vorliegende Briefwechsel zwischen Martin Heidegger und Ernst Jünger. Der Abdruck ihrer Briefe aus fünfundzwanzig Jahren fülle nicht einmal neunzig Seiten. Der Rest des vorliegenden Bands besteht nach Auskunft Busches aus den Festschriftbeiträgen "Über die Linie", "Zur Seinsfrage" und "Federbälle" sowie einem umfangreichen Kommentar, der zu seinem Bedauern allerdings "etwas schlampig" ausgefallen ist. Bei der Lektüre gewinnt er den Eindruck, dass der Philosoph und der Schriftsteller sich eigentlich nicht viel zu sagen hatten. Von einer echten Brieffreundschaft will er nicht reden. Er beschreibt den Briefwechsel als einen zwischen "ungleichen Partnern". Besonders bei Heidegger registriert er freundliche, aber deutliche Zurückhaltung und das Beharren auf Distanz. Einige unfreiwillig komische Momente findet Busche in dem Band auch: Da zwischen den einzelnen Briefen meist eine geraume Zeit vergeht, kommt es, dass Heideggers Kondolenzschreiben zum Tod von Jüngers erster Frau Gretha gleich der Glückwunsch zu Jüngers Verheiratung mit dessen zweiter Frau Liselotte folgt.
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