Wie kommen revolutionäre Entdeckungen zustande? Die unbekannte Geschichte eines Interviewprojekts im Kalten Krieg, das den Helden der Quantenphysik das Geheimnis der wichtigsten wissenschaftlichen Revolution des 20. Jahrhunderts zu entlocken versuchte.Heller als tausend Sonnen strahlte die neue Physik zu Anfang des 20. Jahrhunderts: Forscher wie Niels Bohr, Werner Heisenberg und James Franck revolutionierten unser Verständnis von Raum und Zeit und schrieben Wissenschaftsgeschichte.Doch erst mitten im Kalten Krieg begann man, diese Geschichte auch aufzuschreiben: "Sources for History of Quantum Physics" - unter diesem nüchternen Titel sollten die Erinnerungen aller damals noch lebenden Koryphäen der Physik versammelt werden. Der noch unbekannte Wissenschaftshistoriker und Physiker Thomas S. Kuhn entwickelte dafür eine neue, in der Geschichtsschreibung kaum angewandte Rekonstruktionsmethode, die heute zum Standardrepertoire gehört: das Forschungsinterview.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.08.2022
Rezensentin Katharina Teutsch wünscht dem Leser des Buches der Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen ein Mindestmaß an Vorkenntnissen im Bereich der Quantenphysik. Was die Autorin im Rückgriff auf ein Interview-Projekt von Thomas S. Kuhn in Berkeley in ihrem Buch zusammenträgt, ist dann leichter verständlich, meint Teutsch. Laien bietet der Band laut Teutsch immerhin Grundlegendes über den "wissenschaftlichen Paradigmenwechsel" Anfang des 20. Jahrhunderts, als Einstein und Kollegen die Quantenphysik in Gang brachten. Genauer gesagt, erzählen Kuhn/te Heesen von den Sackgassen und vom Sozialen im Treibhaus der Wissenschaft, erklärt Teutsch, die den Band lesbar, da stilistisch angenehm unakademisch findet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2022
Rezensent Ulf von Rauchhaupt folgt in Anke te Heesens "Revolutionäre im Interview" interessiert Thomas S. Kuhns Versuch, großen Quantenphysikern der sechziger Jahre "ihre Revolution zu entlocken". Die Berliner Wissenschaftshistorikerin versammelt darin die Interviews, die Kuhn im Rahmen des "Sources for History of Quantum Physics"-Projekts führte, darunter beispielsweise mit den Nobelpreisträgern James Franck und Gustav Hertz, erklärt Rauchhaupt. Das Buch ist ihm zufolge nicht nur gut lesbar, sondern auch lohnend, da es zum einen eine klare thematische Konzentration aufweist und zum anderen auch einem breiteren Publikum die Geschichte des Wissenschaftsfelds transparent macht. Auch wenn die Auswahl der Interviews und deren Ausführung durch Heesen nicht alle zufriedenstellen können, verdeutlicht die Autorin damit, wie Kuhn mit den Zeitzeugengesprächen zum Historiker wurde - und was bei Interviews alles schief gehen kann, schließt der Rezensent.
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