Entspricht die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik der Werteordnung unseres Grundgesetzes? Sind die Waldorfschulen esoterisch-okkulte Weltanschauungsinstitute? Vertrat Rudolf Steiner rassistisches Gedankengut? Michael Grandt fasst ein »heißes Eisen« an. In seinem neuen Buch beleuchtet er umfassend Mythos und Wirklichkeit von Waldorf. Und er stellt unbequeme Fragen: Kann eine Pädagogik, die fast 90 Jahre alt ist, heute noch zeitgemäß sein? Darf eine Pädagogik mit zweifelhaften Grundlagen staatlich gefördert werden? Dieses Buch, in dem auch Vertreter der Waldorfpädagogik zu Wort kommen, liefert vielfältige Ansatzpunkte für Grundsatzdiskussionen.
Sehr schlechte Noten vergibt die Rezensentin - und bekennende ehemalige Waldorfschülerin - Dorion Weickmann an diese Publikation, die Lesern die Augen über die weltanschaulichen Hintergründe der Waldorfschule, also die Anthroposophie, als "okkult-esoterische Veranstaltung mit rassistischen Untertönen" öffnen will, tatsächlich aber sehr zielstrebig die Augen überall dort zukneife, wo etwas nicht in die Verschwörungstheorie passe, wie sie moniert. Zum Beispiel, dass Waldorfschulen bei den Nazis verboten waren und Anthroposophen in KZs starben. Auch scheint das Buch dem Eindruck der Rezensentin zufolge mehr auf Internetrecherche zu beruhen und weniger auf der Lektüre realer Bücher. So ziemlich alles, was inzwischen an Kritischem und auch Selbstkritischem zum Thema erschienen sei, werde von Michael Grandt in seinem Buch konsequent ignoriert. Vor zehn Jahren hätte Grandt schon mal zum Thema publiziert, das fehlerstrotzende Buch sei bald im Orkus verschwunden.
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