Mit zahlreichen Abbildungen. Der "Atlas der politischen Landschaften" untersucht die regionalen politischen Mentalitäten der Schweiz. Er zeigt das Land in einer neuen, ungewohnten Sicht: Die Städte, Regionen und Dörfer werden als politische Landschaften in einem weltanschaulichen Koordinatensystem dargestellt. Zwischen den Polen "links", "rechts", "liberal" und "konservativ" liegen sie als "Inseln", "Gebirge" und "Gräben" und zeigen, worin sich die Werthaltungen zwischen Stadt und Land, Industrie- und Tourismusregionen oder deutsch- und französischsprachigen Gebieten unterscheiden. In einem einführenden Teil wird dargelegt, wie wirtschaftliche und kulturelle Faktoren die Ausbildung von Werten beeinflussen und wie im Zuge der Globalisierung neue Mentalitätsunterschiede entstehen, während andere verschwinden. In vertiefenden Porträts werden alle Kantone in ihren Eigenheiten beschrieben und miteinander verglichen. Das Buch basiert auf der Auswertung aller eidgenössischen Volksabstimmungen der vergangenen 20 Jahre und wendet sich an eine breite, an Politik, Gesellschaft und Geografie interessierte Öffentlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2004
Dieser politische Atlas der Schweiz hat den "se." zeichnende Rezensenten rundum überzeugt. Wie er berichtet, haben die beiden Zürcher Sozialgeografen Michael Hermann und Heiri Leuthold auf Grundlage der Ergebnisse von Volksabstimmungen zwischen 1982 und 2002 in einer Kombination qualitativer und quantitativer Methoden versucht, "zentrale politische Konfliktlinien herauszuschälen und diese räumlich darzustellen". Hierfür werteten sie die Argumente von Gegnern und Befürwortern der Abstimmungsvorlagen aus und ordneten sie politischen Dimensionen zu, um dann die politische Nähe im Abstimmungsverhalten der 3021 Gemeinden zu berechnen und das Ergebnis kartographisch darzustellen, erläutert der Rezensent. Drei grundlegende Gegensätze ergaben sich: der Konflikt zwischen links und rechts (Umverteilung und Sicherheit), der Gegensatz zwischen liberal und konservativ (Außen- und Gesellschaftspolitik) sowie zwischen ökologisch und technokratisch (etwa Umwelt- oder Verkehrspolitik). Das Ergebnis: ein "buntes Kartenwerk, das die herkömmliche Wahlgeografie um einen innovativen Schritt weiterbringt", freut sich unser Rezensent.
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