Aus dem Englischen von Helmut Reuter. Wer die Geschichte unserer Zeit verstehen will, muß sich mit der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" auseinandersetzen. Der Erste Weltkrieg rückt mehr in unser Blickfeld: Dieser erste totale Krieg der Geschichte markiert den eigentlichen Beginn des 20. Jahrhunderts. Bis heute sind seine Spuren auch in der Politik unserer Tage zu sehen, ob auf dem Balkan oder im schwierigen Zusammenwachsen Europas. Michael Howard bietet einen präzisen Überblick auf 200 Seiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2004
Gerd Krumeich bespricht vier neue Bücher über den Ersten Weltkrieg und lobt sie, jedes für sich und "auf seine eigene Weise", als nützliche Orientierung über ein komplexes Gebiet. Michael Howards Darstellung des Ersten Weltkriegs hat ihren Schwerpunkt bei der militärischen Entwicklung, erklärt der Rezensent, und er lobt, dass man aus dem Buch "alles Wesentliche" darüber erfahren kann. Er findet auch die erst vor kurzem wieder entdeckten Farbfotos von der Front und das ebenfalls abgedruckte Kartenmaterial sehr "nützlich" und erhellend. Während Krumeich die das Buch eröffnende Darstellung der "Antriebskräfte und Befindlichkeiten" Europas und die Charakterisierung Kaiser Wilhelms II. als allzu "holzschnittartig" kritisiert, ist er von der Schilderung des Verhältnisses von Deutschland zu England sehr angetan. Richtig begeistert aber hat ihn die Analyse der "militärischen Ausgangslage", der Organisation der Armee und der Aufrüstung und Kriegsstrategie. Hier ist Howard in seinem Element und ihm ist ein "echtes Kunstwerk fein differenzierender" Geschichtsschreibung gelungen, schwärmt der Rezensent. Auch die wichtigsten Schlachten während des Ersten Weltkrieges preist Krumeich als bei aller Kürze dennoch "aufschlussreich" geschildert. "Meisterlich" schließlich sieht der Rezensent die Entwicklung des Krieges zu einem globalen Konflikt dargestellt und so zeigt er sich mit diesem Buch "insgesamt rundum" zufrieden.
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