Schützengräben und Stacheldraht, Tanks und Flugzeuge, Gas- und Minenkrieg prägen das landläufige Bild vom Ersten Weltkrieg. Die Materialschlachten an den starren Fronten im Westen und am Isonzo sind omnipräsent. Die äußerst mobile Ostfront, mit rasch wechselnden Phasen von Besatzung, Ruhe und heftigen Kämpfen, bietet keine solch klaren Verhältnisse: Kälte, Schmutz, Hunger, Läuse, religiöse und nationale Identitätskonflikte sowie die Entdeckung des Raumes sind in den Berichten der im Osten eingesetzten Soldaten die zentralen Muster. Die Autoren des vorliegenden Sammelbandes kontextualisieren die von den Kriegsteilnehmern gemachten Erfahrungen an dieser weitgehend unbekannten Front neu und bieten Vergleichsperspektiven zu anderen Schauplätzen des Großen Krieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2014
Wie es wirklich zuging im südlichen Abschnitt der Ostfront im Ersten Weltkrieg erfährt Manfred Nebelin in diesem von Bernhard Bachinger und Wolfram Dornik herausgegebenen Band mit 23 Beträgen. In Tagebüchern, Briefen und Lebenserinnerungen niedergelegte Fronterfahrungen bilden laut Rezensent die Grundlage der Texte, die Eindrücke und Emotionen der Soldaten und Offiziere der k. u. k. Armee untersuchen. Existentielle Grunderfahrungen, wie Tod, Verwundung, Gefangenschaft und Krankheit, aber auch die Läusebekämpfung werden behandelt. Weitere Beiträge über die Lebensbedingungen beim russischen Gegner oder bei der Zivilbevölkerung runden das "anregende" Werk für den Rezensenten ab.
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