Michael Imhof

Behandlungsfehler in der Medizin. Was nun?

Verborgenes im Arzt-Patienten-Verhältnis
Cover: Behandlungsfehler in der Medizin. Was nun?
Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2010
ISBN 9783824808410
Kartoniert, 272 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Jährlich kommen geschätzt ca. 40.000 Behandlungsfehlervorwürfe zur Anzeige. Nur in einem kleinen Prozentsatz erhalten die geschädigten Patienten aber tatsächlich Recht. Für Michael Imhof wenig überraschend, denn der Patient steht einer mächtigen Lobby gegenüber, der er hoffnungslos unterlegen ist. Seine Erfahrung zeigt: Nicht die Fehler der Ärzte sind der eigentliche Skandal, sondern die Art und Weise, wie Gutachter, Anwälte, Versicherungen und Krankenhäuser damit umgehen. Sie bringen die Beteiligten in eine Ausnahmesituation, unter der Patienten wie Ärzte gleichermaßen leiden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2010

So hat Rezensent Christian Geyer noch nicht gelesen, welche Risiken, welche Gefahren und welche Fehler mit der modernen Medizin einhergehen. So sachlich informativ, nüchtern und ohne jede Sensationsheischerei, wie Michael Imhof in seinem Buch "Operation Gesundheit" in seinem Buch schreibt, das Geyer im Aufmacher des Feuilletons nachdrücklich für jedes Wartezimmer empfiehlt. Was er gelernt hat ist zum Beispiel, dass die meisten Behandlungsfehler ganz unspektakulär daherkommen: Nicht die vertauschten Prothesen oder die verwechselten Organe sind das Problem, sondern die falsche Medikamentendosierung, die falsche Verabreichung, Fehler eben, die passieren, wenn es hektisch wird, die Schichtdienste wechseln, die Informationen nicht richtig weitergegeben werden. Auch wenn Imhof die Ärzte gegen allzu anspruchsvolle Patienten in Schutz nimmt, die Störungen im Behandlungsverlauf nicht hinnehmen wollen, so beklagt er doch die schwache Position der Patienten, wenn es darum geht, auch für gravierende und nachweisbare Fälle Entschädigungen zu erhalten. Hier sieht Geyer - mit Imhof - ganz klar die Haftpflichtversichungen in der Schuld, die Zahlungen auf Teufel komm raus verzögern, denn jeder Tag Aufschub bringe ihnen bares Geld.
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