Michael Jeismann

Die Freiheit der Liebe

Paare zwischen zwei Kulturen. Eine Weltgeschichte bis heute
Cover: Die Freiheit der Liebe
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446264014
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Ein Paar, in dem sich zwei Kulturen verbinden, sorgt für Unruhe. Diese Erfahrung kennt das Gilgamesch-Epos genauso wie die Erasmus-Pärchen, die sich beim Auslandsstudium finden. Michael Jeismann hat die erste Kulturgeschichte jener Paare geschrieben, die sich über Grenzen hinweg gefunden haben.Die Angst, eine fremde Kultur könnte die eigene Identität schwächen, ist so groß wie das Begehren, das Leben um Neues zu bereichern. Michael Jeismann rückt die legendäre Königin von Saba und König Salomo in eine Linie mit der Engländerin Ruth Khama und Seretse Khama, dem späteren Präsidenten von Botswana, die 1950 den ersten globalen Protest gegen Rassendiskriminierung auslösten. Die interkulturellen Paare zwischen Verbot und Toleranz: Viele werden sich in diesem Buch wiederfinden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2019

Axel Weidemann lernt vom Historiker Michael Jeismann die Geschichte des interkulturellen Paares als Versprechen auf die Zukunft gesellschaftlichen Miteinanders kennen. Mitten hinein in aktuelle Debatten führt ihn Jeismanns facettenreiche Parade "gemischter" Paare von Gilgamesch und Ishtar bis Setsuko Koizumi und Lafcadio Hearn. Weidemann ahnt, wie sich kollektive Fremdheit überwinden lässt, wenn der Autor ihm Hindernisse und Verbote und ihren Wandel durch die Zeiten und Orte und die Bedeutung von Märchen als "Mutmacher" erläutert. Dass nur wenig Zeitgenössisches Eingang ins Buch gefunden hat, scheint der Rezensent etwas zu bedauern. Als Plädoyer gegen die "Vereindeutigung der Welt" aber findet er den Band dennoch äußerst gelungen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.09.2019

Toll findet Rezensentin Hannelore Schlaffer Michael Jeismanns Weltgeschichte der interkulturellen Paarbeziehung. Der Historiker verbindet darin über die Jahrtausende hinweg historischen Stoff und Legenden, erzählt von Göttern, die sich in Menschen verliebten, von Frauen, die es wagten, über ihren Stand hinaus zu lieben und natürlich von Paaren, die sich über nationale Grenzen hinweg fanden. Schlaffer lernt dabei, dass die Widerstände, die solche Paare überwinden mussten, stets in der Familie begannen und erst dann vom Staat intensiviert wurden, und dass die Anstrengung zur Überwindung dieses Widerstands der Preis ist, den man für die Bereicherung zahlen muss. Dass Jeismann Geschichte und Poesie verbindet, gefällt ihr, allerdings hätte sie sich auch gern ein bisschen Psychologie gewünscht und vielleicht auch ein etwas peppigeres Erzählen.
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