Alle wissen es, keiner schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernannys statt von ihren Eltern erzogene Kinder oder die selbst vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren a la Roche, Bushido und Co.- überall breiten sich Seichtgebiete und Verblödung aus. Jürgs prangert nicht bierernst, sondern indem er sie lächerlich macht, jene an, die zynisch schamlos mit der Verdummung Geld machen. Er schont auch nicht sich und seine Branche, und erst recht nicht die Oberlehrer der Nation, die nur angeekelt ihre Nasen rümpfen. Mit seiner provokanten Streitschrift warnt Jürgs vor den Folgen einer verödenden demokratischen Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2009
Etwas unausgegoren scheint Rezensent Jörg Thomann diese Kritik des Fernsehens von Michael Jürgs. Er moniert dessen Unentschiedenheit, wie mit dem Blöden und den Blödmachern im Fernsehen umzugehen sei, und meint diesbezüglich, ein guter Lektor hätte von Jürgs gefordert, das "Selbstgespräch erst zu Ende zu führen, bevor das Ganze in Druck geht". So hält er dem Autor etwa vor, sich sogar uneinig zu sein, ob der "Siegeszug des Blöd-Fernsehens" mit "Big Brother" (2000) oder mit "Tutti Frutti" (1990) begann. Andererseits bescheinigt er ihm, in seiner Kritik differenzierter zu sein als Alexander Kissler in seinem Buch "Dummgeglotzt". Nur bei Mario Barth, der als Gefahr für die Demokratie verdammt wird, sieht er Jürgs jegliches Maß verlieren.
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