Aus dem Amerikanischen von Ursula Held, Sigrid Schmid, Rita Gravert und Christina Hackenberg. Mit 23 Schwazweiß-Abbildungen. Warum menstruieren Frauen? Sind sie immer das schwächere Geschlecht? Ist Sexismus nützlich für die Evolution? Und wie haben Ammen die Zivilisation vorangetrieben? Viel zu lange hat sich die Wissenschaft fast ausschließlich auf den männlichen Körper konzentriert. Erst in den vergangenen 15 Jahren haben Forscher verschiedener Fachbereiche neue spannende Entdeckungen dazu gemacht, wie sich der weibliche Körper in den letzten 200 Millionen Jahren entwickelt hat, wie er funktioniert und was es wirklich bedeutet, biologisch eine Frau zu sein. Auf der Basis dieser Erkenntnisse unternimmt die Forscherin und Journalistin Cat Bohannon eine Neubeschreibung der Geschichte des Frauseins. Akribisch recherchiert und lebendig erzählt zeichnet sie den Entwicklungsverlauf des weiblichen Körpers nach und rückt dabei unser Wissen über die Evolution und darüber, warum der Homo sapiens eine so erfolgreiche und dominante Spezies geworden ist, in ein ganz neues Licht. "Eva" knüpft dort an, wo Hararis "Sapiens" aufgehört hat. Das Buch ist nicht nur eine tiefgreifende Revision der Menschheitsgeschichte, sondern auch ein dringend notwendiges Korrektiv für eine Welt, die bis vor kurzem vor allem den Mann im Blick hatte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.06.2024
Rezensentin Susanne Billig zeigt sich begeistert von Cat Bohannons Buch zur evolutionären Entwicklung des Weiblichen: Über siebenhundert Seiten, verteilt auf neun Kapitel, widmet die Autorin Themen wie der Menopause und ihrer These, dass sich diese vor allem entwickelt hat, um Älterwerden zu ermöglichen und DNA-Fehler weiter ausmerzen zu können. Die Geburtshilfe ist für die Autorin die wichtigste Erfindung überhaupt, ohne diese Unterstützung wäre das Merkmal hohe Intelligenz wohl ausgestorben, da es mit größeren Köpfen und damit erschwerten Geburten einhergeht. Ein "großer Wurf" mit bereichernder Perspektive, resümiert Billig.
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