Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Hansjörg Küster freut sich über ein Buch, das Johann Jakob Scheuchzer nicht mehr als "rückständig" einordnet, sondern den Forscher als "wichtigen Wegbereiter moderner Wissenschaften" präsentiert. Autor Michael Kempe schildert Scheuchzer als einen Mann, der "mit der Bibel in der Hand" die Natur betrachtete und so zu dem Schluss kam, dass die von Gott geschaffenen Organismen unveränderlich seien: Vor der Sintflut hat es die gleichen Tiere gegeben wie danach, die Erde birgt ein natürliches Gleichgewicht und alles, was dem Menschen negativ an der Natur erscheint, ist schlicht und einfach noch nicht "genügend erforscht". Kempe weise zurecht darauf hin, dass es mit Scheuchzer zum letzten Mal eine "intensive Verbindung" zwischen wissenschaftlichem und theologischem Denken gegeben hat. Heute können diese Ideen nicht mehr "Basis" für eine grundlegende "Verständigung" zwischen Theologen und Naturwissenschaftlern sein, findet der Rezensent; die beiden Lager müssten dagegen "neu voneinander lernen". Und genau zu diesem Neuanfang liefert Michael Kempe "einen wichtigen Beitrag", lobt der Rezensent.
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