Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Rolle die Verfassung eines Gemeinwesens bei der Entfaltung der territorialen Gesetzgebung spielte. Zu diesem Zweck werden zwei Gebiete miteinander verglichen, die politisch verschieden organisiert waren. Das im Allgäu gelegene Amt Rettenberg war der größte Verwaltungsbezirk eines geistlichen Fürstenstaates, des Hochstifts Augsburg. Das Land Appenzell hatte sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts aus der Herrschaft des Klosters St. Gallen befreit und als eigenständiger politischer Verband konstituiert. Die beiden Gebiete waren im 15. und 16. Jahrhundert vor verwandte ordnungspolitische Herausforderungen gestellt. Nach Lösungen wurde jedoch unter verschiedenen verfassungspolitischen Bedingungen gesucht. Die Studie vergleicht die Normproduktion der beiden Räume in einer thematisch umfassenden Darstellung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
Durchaus gelungen findet der "tmn" zeichnende Rezensent diese Dissertation von Philipp Dubach, der herauszufinden versucht, inwieweit sich die Gesetzgebung in Appenzell und im Allgäu im 15./16. Jahrhundert voneinander unterschied und ob diese unterschiedliche Gesetzgebung unterschiedliche politische Ideale widergespiegelt hat. Dubach stelle fest, dass die Appenzeller Gesetzgebung weitaus selbstreferenzieller und auf die Belange des Kantons und seiner Bevölkerung ausgerichtet war als die Gesetzgebung im Allgäuer Rettenberg, die sich viel stärker an "übergeordneten Rechtsordnungen" orientierte. Der Autor interpretieret die Appenzeller Form der Rechtssprechung als Ausdruck einer republikanischen Orientierung, versäumt es allerdings in seiner ansonsten "wichtigen und soliden Studie" zu erläutern, ob diese republikanische Dimension auch von den damaligen Zeitgenossen gesehen wurde, so der Rezensent.
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