Michael Krüger

Vorübergehende

Roman
Cover: Vorübergehende
Haymon Verlag, Innsbruck 2018
ISBN 9783709934388
Gebunden, 200 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Ein Mann ist im Zug eingeschlafen. Als er aufwacht, lehnt vertrauensvoll ein fremdes Mädchen an ihm: Jara. Sie ist ohne Geld, ohne Papiere, nahezu ohne Sprache. Der Mann, ein erfolgreicher Motivationscoach, hatte sich von der Welt schon abgewendet, besiegt von seinen eigenen Allerweltsweisheiten. Doch jetzt denkt er pathetisch: Das Mädchen kann seine Rettung sein. Ihr ein Zuhause zu geben, wird seinem Dasein den ersehnten Sinn verleihen. Also nimmt er Jara bei sich in München auf - womit sein Leben eine entscheidende Wendung nimmt …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2018

Rezensent Kai Spanke langweilt sich mit Michael Krügers Roman um ein ungewöhnliches Gespann aus einem alternden Schriftsteller und einem genialischen Mädchen. Ergeht sich der Schriftsteller laut Rezensent allzu sehr in wohlfeiler Kulturkritik und pariert noch die Missstände bei der Bahn mit Cioran und Lichtenberg, erscheint Spanke das ätherische Mädchen im Verlauf der Geschichte immer enigmatischer. Apropos Geschichte, Handlung darf der Leser nicht erwarten, so Spanke, dafür umso mehr Exkurse und Reflexionen. Dass es sich bei Krügers Buch nicht um ein Märchen, sondern um einen in der Realität spielenden Roman handelt, muss Spanke sich beim Lesen stets neu vergegenwärtigen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2018

Für Rezensentin Julia Schröder ist Michael Krügers neuer Roman "Vorübergehende" ein weiterer Beweis des unglaublichen Talents und Fleißes dieses Autors. Er handelt von einem erfolgreichen Motivationscoach und Autor von Personalentwicklungsratgebern, der im Zug ein heimatloses Mädchen trifft und mit sich nach Hause nimmt, erzählt die Rezensentin. Dabei erfährt man allerhand über seine Vergangenheit und seine umfassende Bildung, so Schröder. Besonders gut hat ihr gefallen, dass der Mann so vieles besitzt, aber seinem Leben erst durch das besitzlose Mädchen ein Sinn gegeben wird. Obwohl sie absehen konnte, dass ein solches Glück nur von kurzer Dauer sein kann, findet Schröder den Roman alles andere als kitschig; im Gegenteil glaubt sie, daraus etwas über das Leben gelernt zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2018

Christoph Bartmann kann sich nicht entscheiden, ob er Michael Krügers Roman ermüdend oder bloß "selten uninteressant" finden soll. Sicher scheint ihm, dass der Autor in seinem Buch die Kunst der Abschweifung praktiziert. Die märchenhafte Begegnung mit einem Kind wird dem Erzähler zum Ausgangspunkt für allerhand Kulturpessimistisches, Misanthropisches, Gedankenspiele und Erinnerungen, erläutert Bartmann den Inhalt. Aufgefallen ist ihm, dass das Ganze im Modus des Allwissens daherkommt und derart weltverfluchend, dass er es eigentlich nicht ganz ernst nehmen kann.

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