Die sozialwissenschaftlichen Disziplinen haben in den letzten Jahren wieder Fragen der Institutionenbildung und des Institutionenwandels ins Programm genommen und sich damit der handlungsregelnden Wirkungen von Institutionen erinnert. Für den soziologischen wie für den ökonomischen Institutionalismus ist damit die Herausforderung verbunden, Defizite und Schwächen ihres eigenen, klassischen Theorienbestandes zu bearbeiten und sich zu fragen, welche grundsätzlichen Entwicklungswege ihnen offen stehen und welche Konsequenzen diese für das Verhältnis der Disziplinen untereinander und für die Möglichkeit einer gemeinsamen bzw. komplementären empirischen Analyse institutioneller Regelungen wie des Marktes, der hierarchischen Organisation und der Arbeits- und Geldinstitutionen einer Gesellschaft haben können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2004
Die von Michael Schmid und Andrea Maurer herausgegebene Aufsatzsammlung "Ökonomischer und soziologischer Institutionalismus" erlaube "in einer aufschlussreichen Weise den Vergleich der Erkenntnisprogramme der Soziologie und der Ökonomie", urteilt Michael Zöller. Und darum lohne sich, auch wenn der Band "nicht frei von den Problemen seiner Gattung" sei und manche Beiträge "zu dem Thema in einem eher mittelbaren Zusammenhang" stehen, die Lektüre. Denn der Leser erfährt, warum Soziologie und Ökonomie "bislang nicht zu einer gemeinsamen Theorie des sozialen Handelns gefunden haben". Die Grunddifferenz, so der Rezensent, sei, dass, während die Soziologen Subjektivität und individuelle Interessen für desintegrierend halten und "also ausgeprägte Gemeinsamkeit als Voraussetzung der Zusammenarbeit, nicht etwa als deren Folge" betrachteten, die "(vorherrschende neoklassische) Ökonomie" "nur den eigennützigen isolierten Akteur" kenne. Die Aufsätze des vorliegenden beweisen dem Rezensenten nun - genannt wird der Beitrag von Johannes Berger -, dass die Ökonomen sich "als lernfähiger erwiesen" haben. So habe die Schule um den Nobelpreisträger Gary Becker die Taktik entwickelt, "entgegengesetzte Erklärungsprogramme als Variante des eigenen Ansatzes darzustellen", was darauf hinauslaufe, "hinter vordergründig irrationalen Verhaltensweisen doch noch verborgene Rationalität" sichtbar zu machen. Auch sieht der Rezensent von den Ökonomen in durchaus produktiver Weise "überlieferte Glaubenssätze" korrigiert.
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