Der Autor zeigt die Gefahren einer von Illusionen geprägten Politik auf. Ausgehend von einer Analyse des Menschenbildes in den sozialwissenschaften werden Erfordernisse an Organisation und institutionellem Rahmen des Wirtschaftens erörtert sowie die Notwendigkeit, Wettbewerb zu gewährleisten. Globalisierung, Nord/Süd-Problematik und Sicherheitsaspekte werden einbezogen und abschließend die ordnungspolitischen Konsequenzen dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2004
Ein unflexibler Arbeitsmarkt, zu hohe Abgaben, zu hohe Sozialleistungen und zu viel bürokratische Reglementierung sind die Hauptschwächen Deutschlands. Das jedenfalls meint Erich Weede in seiner neuen Studie "Mensch, Markt und Staat", die Rezensent Gerd Habermann als eine "Eloge an die Marktwirtschaft" preist, welche sich durch "Klarheit, Konsistenz, Gedankenfülle, beißenden Witz und empirische Anschaulichkeit" auszeichnet. Habermann stimmt durchaus mit Weede überein, der in der deutschen Sozialhilfe vor allem einen Anreiz sieht, bedürftig zu werden, und in der hohen Steuer- und Abgabenlast eine Bestrafung des Erfolgs. Doch der "spürbar werdende Niedergang" hat für Habermann auch seine guten Seiten: "Eine deutsche Thatcher", hofft er, "könnte bald einmal ihre Chance bekommen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2003
Erich Weede, erläutert Rezensent Michael Zöller zu Beginn seiner Besprechung, gehöre "zu jener Minderheit von Soziologen und Politikwissenschaftlern, die nicht dem Glauben an die Unvermeidlichkeit und Überlegenheit bürokratischer Herrschaft anhängen." In solcher Lage, meint Zöller, neige man dazu, "umfassende Gegenkonzepte" anzubieten, und also auch in einem schmalen Band wie diesem gleich nicht weniger als Mensch, Markt und Staat zu behandeln. Zöller bedauert diese schwierige Ausgangslage, denn für ihn ist es Weede gelungen unter dem Stichwort "Rentseeking" "Hinweise aus der wiederbelebten politischen Ökonomie" zu einer "Theorie des Demokratieversagens" zusammenzuführen, mit der der Autor eine "weit plausiblere Schilderung dessen anbieten kann, was Politikwissenschaft und Soziologie unter dem Stichwort 'Strukturprobleme der Demokratie' traktieren." Im Wesentlichen geht es darum, wie man erfährt, dass Weede die Strukturprobleme der Demokratie darauf zurückführt, dass alle "Produzenten (zu denen die Arbeitnehmer ebenso gehören wie die Kapitaleigner) gemeinsam daran interessiert sind, sich dem Wettbewerb zu entziehen, der die erkämpften Löhne bedroht", und die demokratische Politik diesem Drängen nachgibt.
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