Aus dem Sanskrit und mit einem Kommentar herausgegeben von Michael von Brück. Die Bhagavad Gita (Der Gesang des Erhabenen), das bedeutendste religionsphilosophische Gedicht des Hinduismus, ist Teil des umfangreichen Sanskritepos Mahabharata (entstanden zwischen dem 4. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr.). Gott Vishnu steht in menschlicher Gestalt als Wagenlenker Krishna dem Helden Arjuna vor der furchtbarsten Schlacht der indischen Mythologie zur Seite. Arjuna zweifelt in einem Pflichtenkonflikt: Seiner Aufgabe als adeliger Krieger (Kshatriya) gemäß soll er einen "gerechten Krieg" führen, um Recht und Ordnung in der Gesellschaft wiederherzustellen; auf der Gegenseite sind aber zahlreiche Verwandte und Lehrer angetreten, die er zu schützen hat. Krishna zeigt ihm, dass der Rückzug aus der Welt keine reife spirituelle Lösung ist, und belehrt ihn über die Ordnungen der Welt, des Geistes und das menschliche Leben. Das Handeln ohne ich-hafte Absichten und die vollkommene Hingabe an Gott führen auf der Basis von Erkenntnis zur Befreiung aus dem Leiden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2007
Ganz ausgezeichnet scheint Rezensent Manuel Gogos diese neue Ausgabe der "Bhagavad Gita", die der Religionswissenschaftler Michael von Brück besorgt hat. Wie er berichtet, handelt es sich bei diesem zwischen dem 3. Jahrhundert vor und dem 5. Jahrhundert nach Chr. entstandenen spirituellen Gedicht um einen der wichtigsten Texte des Hinduismus. Besonders lobt er Brücks profunden Kommentar, der auch die Entstehungs- und Wirkungsgeschichten des "Gesang des Erhabenen" schildert, den Neo-Hinduisten wie Aurobindo oder Gandhi zum panindischen Glaubensbekenntnis erhoben. Gogos hebt zudem die Skizzierung der europäischen Korrespondenzen von Wilhelm von Humboldt über die deutsche Romantik bis zu Rudolf Ottos Begriff vom Heiligen hervor und bescheinigt dem Autor, die Religions- und Mentalitätshistorie Indiens und die europäische Projektionsgeschichte vorzüglich zu verbinden.
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