Die Oper gehört seit vierhundert Jahren zu den stabilsten Kulturinstitutionen Europas. Weder Revolutionen noch Wirtschaftskrisen haben daran etwas geändert. Im 19. Jahrhundert wird die Oper schließlich zu einem internationalen Phänomen. Zur Institution Oper gehören nicht nur die Bühnenvorstellung und alles, was zu ihrer Organisation notwendig ist, sondern auch die Sänger und nicht zuletzt das Publikum. So kommen in diesem Buch das italienische Impresario-System, die fahrenden Schauspieltruppen, die Stadttheater, die Hof- und Staatstheater ebenso in den Blick wie etwa die Reisebedingungen und die Gagen der Sänger, die Eintrittspreise und die Logenhierarchie in der Oper sowie die rechtlichen Aspekte des Opernbetriebs. Der Bogen spannt sich vom 17. Jahrhundert bis hin zu den Entwicklungen der Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.04.2017
Für Jens Malte Fischer ist Michael Walters Geschichte der Institution Oper ein Standardwerk. Dass Walter sich auf den Zeitraum zwischen dem 18. Jahrhundert und der Zeit zwischen den Weltkriegen beschränkt, weil sich seither an den Grundbedingungen der Oper nichts Wesentliches geändert hat, leuchtet Fischer ein. Ebenso der Fokus auf Wirtschaftliches und Rechtsfragen, der dem Leser, wie er findet, viel Anekdotenreiches und Neues beschert. Die Kapitel über Sänger und Agenten haben Fischer darüber hinaus besonders gefesselt. Insgesamt staunt er über die Fülle der Belege, Walters fachliterarisches Wissen und die Weite seines Blicks.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2017
Andreas Mayer lässt sich die Oper entzaubern vom Musikwissenschaftler Michael Walter. Der Autor legt laut Mayer eine geerdete, mit historischen Fakten angereicherte, detailreiche institutionsgeschichtliche Studie des Opernbetriebs vor, die die Sänger, Impresarii, Mäzene und das Publikum in den Fokus nimmt. Inwieweit materielle Entscheidungen die Opernkunst seit dem 17. Jahrhundert prägten erfährt Mayer hier, und auch, welche Überschneidungen es zwischen Oper und Prostitution gab. Das gängige Vorurteil von einer die Kunst zerstörenden Kommerzialisierung sieht der Rezensent durch Walters Darstellung widerlegt.
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